Zementmärkte in den BRIC-Staaten und ­anderen Schwellenländern bis 2030

ONESTONE CONSULTING S.L.

Die Blicke in der Zementindustrie richten sich momentan verstärkt auf die Schwellenländer, weil praktisch nur hier Wachstum im Zementverbrauch gegeben ist. Doch was kommt nach den sogenannten ­BRIC-Staaten? In dem nachfolgenden Marktbericht werden hierzu Prognosen bis 2030 gegeben.

1 Einleitung

Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben in 2012 etwas an Glanz verloren. Fondsmanager streiten heute, wer den besten Vorschlag hat, welche Länder den BRIC nachfolgen. Sind es die sogenannten ­CIVETS (Kolumbien, Indonesien, Vietnam, Ägypten, Türkei und Südafrika) oder etwa die „Next Eleven“ mit Bangladesh, Ägypten, Indonesien, Iran, Mexico, Nigeria, Pakistan, ­Philippinen, Türkei, Südkorea und Vietnam. Die Ratingagentur Standard & Poors hat beispielsweise mit CIVETS60, 60 Aktien aus den sechs Ländern, einen Aktienindex auf den Markt gebracht, wobei z.B....

1 Einleitung

Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben in 2012 etwas an Glanz verloren. Fondsmanager streiten heute, wer den besten Vorschlag hat, welche Länder den BRIC nachfolgen. Sind es die sogenannten ­CIVETS (Kolumbien, Indonesien, Vietnam, Ägypten, Türkei und Südafrika) oder etwa die „Next Eleven“ mit Bangladesh, Ägypten, Indonesien, Iran, Mexico, Nigeria, Pakistan, ­Philippinen, Türkei, Südkorea und Vietnam. Die Ratingagentur Standard & Poors hat beispielsweise mit CIVETS60, 60 Aktien aus den sechs Ländern, einen Aktienindex auf den Markt gebracht, wobei z.B. Südafrika mit einer Gewichtung von 31,61 %, Indonesien mit 28,14 %, die Türkei mit 21,01 %, Kolumbien mit 12,49 %, Ägypten mit 5,68 % und Vietnam mit 1,07 % vertreten sind.

Die Staaten haben zwar alle eine junge und stark wachsende Bevölkerung, sind aber mehr oder weniger willkürlich zusammengefasst.

Die Zementindustrie tut gut daran, auch spezifische Wachstumsgrößen zu beachten. So sind Wirtschaftswachstum und Durchschnittseinkommen allein wenig aussagekräftig für Prognosen zum Zementverbrauch. Zum einen hat der wachsende Servicesektor im BIP (Bruttoinlandsprodukt) nur eine geringe Bedeutung für Infrastrukturmaßnahmen und den Zementverbrauch, zum anderen hängen BIP-Wachstum und Durchschnittseinkommen oft nur von wenigen Parametern ab, wie z.B. der Öl- und Gasproduktion. Demgegenüber lassen sich aus der Entwicklung der Investitionsrate, des Zementverbrauches pro Kopf, aus der Bevölkerungsentwicklung, der Kaufkraft der Mittelschicht, der Entwicklung der Urbanisierung und dem Wohnungsbedarf wichtige Informationen über die künftige Zementbedarfsentwicklung ableiten. Dabei darf aber auch nicht vergessen werden, dass es viele Beispiele gibt, wie Zementbedarfsprognosen von der tatsächlichen Entwicklung verkehrt werden.

2 Die Attraktivität der Schwellenländer

Bild 1 zeigt am Beispiel der Holcim, wie deren Zementportfolio zum Ende des Jahres 2010 ausgesehen hat. Holcim gehört zu den Zementunternehmen mit dem breitesten Länder-Portfolio. In dem Bild sind die Regionen mit der beeinflussten Zementwerkskapazität (Kreisgröße) über dem Bevölkerungswachstum und der BIP-Entwicklung aufgetragen. Man erkennt, dass die sogenannten gesättigten Märkte bei Holcim in dem Jahr nur einen Anteil von 20,1 % und die Schwellenmärkte einen Anteil von 79,9 % an der beeinflussten Kapazität hatten. Dies ist der Spitzenwert bei den globalen Zementunternehmen. Nicht so hohe Anteile bei den Schwellenländern haben Lafarge, HeidelbergCement, Italcementi und Cemex. Bei Heidel­bergCement war in 2012 bezogen auf eine Zementkapazität von 122 Millionen Jahrestonnen (Mta) ein Anteil von 63 % in Schwellenländern und 37 % in gesättigten Ländern vorhanden. Bei Cemex waren in 2012 nur 57 % der 94,8 Mta Kapazität in Schwellenländern.

Eine Umsatzverschiebung von den gesättigten Märkten zu den Märkten in den Schwellenländern bei den großen globalen Zementunternehmen geht allerdings erst langsam voran. So hat sich bei Holcim von 2008 bis 2012 der Umsatzanteil der Schwellenländer nur von 50,8 % auf 52,7 % erhöht, während die gesättigten Märkte von 49,2 % auf 47,3 % gefallen sind. Bei HeidelbergCement lag der Umsatzanteil der Schwellenländer in 2012 erst bei 44 %. Dies hat nur bedingt mit den Zementpreisen in den Regionen und höheren Preisen in Nordamerika und Westeuropa im Vergleich zum Weltdurchschnitt zu tun. Wichtiger dabei ist, dass bei diesen Unternehmen die Umsatzerlöse nicht nur den Zementsektor sondern auch den Beton- und andere Baustoffsektoren erfassen, was einen hohen Umsatzanteil in den gesättigten Märkten ausmacht, der teilweise noch weiter ausgebaut wird.

Die wachsende Bedeutung der Schwellenländer wird ersichtlich, wenn man die Entwicklung der Bauinvestitionen betrachtet. Nach einer Studie der angesehenen Oxford Economics aus 2011 sollen die weltweiten Bauinvestitionen von 7 Billionen US$ in 2010 um 67 % auf 12 Billionen US$ in 2020 ansteigen (Bild 2). Der Anteil der sechs wichtigsten Schwellenländer China, Indien, Indonesien, Brasilien, Mexiko und Russland wird dabei von 29 % auf 37 % zunehmen. Die Anteil der 10 wichtigsten gesättigten Länder USA, Japan, Deutschland, Kanada, Frankreich, Spanien, Italien, UK, Australien und Südkorea wird von 50 % auf 41 % abnehmen. In Absolutwerten werden die sechs wichtigsten Schwellenländer ihre Bauinvestitionen von 2,03 auf 4,44 Billionen US$ erhöhen und dabei mehr als verdoppeln, während die 10 wichtigsten gesättigten Länder ihre Investitionen von 3,5 auf 4,92 Billionen US$, d.h. nur 41 % erhöhen.

Für die Zementindustrie sind insbesondere der ROCE (Return On Capital Employed) und die Betriebskosten (OPEX) bei dem vorhandenen Zement-Preisniveau interessant. Bild 3 verdeutlicht für die Zementindustrie für das Jahr 2011 die großen Unterschiede in ausgewählten Regionen. Westeuropa und Nordamerika sind die Regionen mit dem niedrigsten ROCE. Westeuropa kommt dabei auf einen Wert von 2,8, Nordamerika nur auf 0,4. Der ROCE für Westeuropa ist dabei von 4,4 in 2009 über 3,0 in 2010 auf 2,2 in 2012 kontinuierlich gefallen. Dies verdeutlicht einmal mehr wie kapitalintensiv die Zementindustrie besonders in gesättigten Märkten ist und dass wenig Gewinn übrig bleibt. Das Bild zeigt daneben die durchschnitt­lichen Betriebskosten in den Regionen (Asia-Pacific = Index 100). Man sieht, dass in Westeuropa und Nordamerika die Betriebskosten deutlich höher sind als in den übrigen Regionen. Entsprechend kommen Regionen mit niedrigen OPEX auf höhere ROCE, wobei Afrika/Mittlere Osten Spitzenreiter sind.

3 Marktentwicklung der Schwellenländer

Bild 4 zeigt die voraussichtlichen weltweiten Zementproduktionszahlen bis zum Jahr 2030 nach Länderkategorien. Die gesättigten Märkte sind die Länder in West­europa, USA, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland. Die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und ­China sind bereits eingeführt. Die SETIVIM-Staaten sind Saudi­-Arabien, Ägypten, Türkei, Iran, Vietnam, Indonesien und Mexiko. Diese sieben Staaten kommen alle auf Zementproduktionszahlen von mehr als 30 Mta und haben in den letzten Jahren ihre Zementkapazitäten kräftig ausgebaut. Als „Next7“ mit Zementkapazitäten von 10 Mta bis 30 Mta werden hier die Schwellenländer Algerien, Marokko, Nigeria, Pakistan, Malaysia, Thailand und die Philippinen bezeichnet. Die übrigen Staaten sind sowohl sogenannte Transitionländer wie Südafrika, Südkorea, Taiwan, Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate und Staaten in Zentraleuropa wie Polen, Tschechien und Ungarn sowie die übrigen Schwellenländer mit Staaten wie Äthiopien, Bangladesh, Kolumbien, Kazahkstan und Myanmar.

Die weltweite Zementproduktion bis zum Jahr 2030 wird in erste Linie davon beeinflusst, wie der weitere Verlauf für die BRIC-Staaten und darin insbesondere von Indien und China ist. Nach den neuesten Zahlen wird die Zementproduktion von 3270 Mta in 2010 auf 4370 Mta, d.h. mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von nur 2,9 % bis 2020 wachsen. In 2030 wird eine ­Zementproduktion von 4830 Mta erwartet, d.h. das durchschnittliche jährliche weltweite Wachstum beträgt dann nur noch 1 %. In den gesättigten Märkten ist über den gesamten Zeitraum praktisch kein Wachstum vorhanden. Die BRIC-Staaten werden von 2020 an die Produktion von 2900 Mta nur noch auf 2910 Mta steigern. Dies beeinflusst massiv die weltweite Wachstumsrate der Zementindustrie. Das größte prozentuale Produktionswachstum verzeichnen die SETIVIM-Staaten, die Next7 und die übrigen Schwellenländer. Diese drei Ländergruppen werden von einer Zementproduktion von 701 Mta in 2010 auf 1510 Mta in 2030 wachsen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate dieser Länder wird von 2010-2020 bei 4,3 % bzw. von 2020-2030 bei 3,5 % liegen.

3.1 BRIC-Staaten
Die Zementkapazitäten wurden insbesondere in China und Indien massiv ausgebaut; Brasilien und Russland haben zuletzt ebenfalls von sich reden gemacht, wenn auch in geringerem Maße. Man kann davon ausgehen, dass die Zementindustrie in Indien (Bild 5) die Zementkapazität von 290 Mta in 2011 auf etwa 340 Mta in 2013 steigern wird. Bis zum Jahr 2016 wird eine Kapazität von 405 Mta erwartet. In China wurden in den Jahren 2011 und 2012 insgesamt 238 neue Klinkerproduktionslinien mit einer Klinkerkapazität von 325 Mta errichtet. Für die kommenden Jahre wird hier aber mit einem signifikant geringeren Zuwachs neuer Produktionskapazitäten gerechnet, auch wenn von 2013-2015 veraltete Zementöfen mit etwa 250 Mta stillgelegt werden. In Brasilien hat allein der Marktführer Votorantim seine Zementkapazität von 2011-2013 um 11 Mta (Bild 6) erhöht. Für Russland kann man davon ausgehen, dass die Zementproduktion in 2020 nicht den erwarteten Zementbedarf bedienen kann und Importe auch weiterhin eine Rolle spielen.

In Bild 7 wird eine Prognose der Zementproduktionen für die BRIC-Staaten bis zum Jahr 2030 vorgenommen. Danach wird China in 2020 etwa 2350 Mta Zement produzieren. Dies ist nur etwas mehr als in 2012 mit 2210 Mta erzielt wurde. Die Prognose geht davon aus, dass die Zementproduktion in China maximal nur bis zum Jahr 2016/2017 steigt und von da an in den Folgejahren sinkt. In 2011 hatte der Produktionsanstieg noch bei 11,7 % gelegen, in 2012 bei 5,7 %. Für 2030 wird erwartet, dass Chinas Zementproduktion auf 2140 Mta sinkt. Indien wird von 212 Mta in 2010 auf knapp 400 Mta in 2020 und etwa 580 Mta in 2030 steigen. Brasilien könnte seine Produktionsmenge von 59 Mta in 2010 auf 105 Mta in 2030 nahezu verdoppeln. Allerdings hat hier in diesem Jahr der Zementabsatz deutlich geringer zugelegt. So ist der Zementabsatz in den ersten fünf Monaten in 2013 nur um 1,3 % gegenüber 2012 gewachsen. In Russland dagegen ist die Zementproduktion in den ersten vier Monaten 2013 um 12,8 % gestiegen. Die Produktionszahlen für 2020 und 2030 sind aufgrund vorheriger Markteinbrüche allerdings vorsichtig abzuschätzen.

Die jährlichen durchschnittlichen Wachstumsraten der Zementproduktion in den BRIC-Staaten ergeben sich aus Bild 8. Bedingt durch das massive Wachstum in China kamen die vier Staaten von 2000-2010 auf ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 10,7 % . Von 2010-2020 wird das Wachstum auf 2,9 % abklingen, die Jahre 2020-2030 sind sogar durch ein Nullwachstum gekennzeichnet. Die Einbußen in China werden hauptsächlich durch das Wachstum in Indien kompensiert. Bild 9 zeigt die Bevölkerungsentwicklung und die Entwicklung der Prokopf-Zementverbräuche, die den Wachstumskurven in den BRIC-Staaten hinterlegt sind. Das größte Potential bei dem Prokopf-Zementverbrauch (PCC) haben Indien und Brasilien. In Indien könnte der PCC von 178 kg in 2010 auf 375 kg in 2030 anstiegen, in Brasilien von 305 kg auf 487 kg. In Russland dürfte der PCC bei etwa 605 kg erschöpft sein, China wird von einem hohen PCC von 1700 kg auf etwa 1400 kg oder tiefer fallen. Die Graphik zeigt außerdem, dass Indien ab dem Jahr 2020 China als bevölkerungsreichste Nation ablösen wird.

3.2 SETIVIM-Staaten
Die Definition der SETIVIM-Staaten ist ein Vorschlag der OneStone Consulting.

Die sieben Staaten Saudi-Arabien, Ägypten, ­Türkei,  Iran, Vietnam, Indonesien und Mexiko sind -was die Zementproduktion angeht- nahezu mit Russland und Brasilien gleichauf und haben in den letzten Jahren ein überdurchschnittlich hohes Zementwachstum erfahren. Zu den größten Wachstumsländern in der Zementindustrie zählen momentan Indonesien (Bild 10) [1] und der Iran. Einige Abstriche bei den sieben Ländern sind bei Mexiko und Ägypten zu machen. Mexiko wurde stärker als andere Staaten von der Immobilienkrise in den USA und der anschließenden weltweiten Talfahrt getroffen. In Ägypten brachten die Demokratiebestrebungen das Land an den Rand einer Staatskrise. Dennoch haben sich die Zementindustrien in den Ländern wieder gefestigt und sehen wie die übrigen Staaten Vietnam, Saudi Arabien und die Türkei (Bild 11) einer gesunden Zementzukunft entgegen.

In Bild 12 ist die prognostizierte Zementproduktion der Länder bis 2030 dargestellt. Die Produktions­menge wird sich von 330 Mta in 2010 auf 720 Mta in 2030 mehr als verdoppeln. Die größten Anstiege werden für Indonesien (+98 Mta) und den Iran (+75 Mta) erwartet; auf +60 Mta und +57 Mta kommen Saudi Arabien und Ägypten. Die übrigen Staaten Vietnam (+36 Mta), Mexiko und die Türkei (jeweils +32 Mta) haben Zuwächse unter 40 Mta. In Indonesien stieg der Zementverbrauch in den ersten vier Monaten 2013 um 8,6 % gegenüber dem Vorjahr. Die Türkei konnte in den ersten vier Monaten 2013 sogar ein Wachstum von 24,6 % in der Zementproduktion verzeichnen. In Saudi-Arabien stieg die Zementproduktion in den ersten fünf Monaten 2013 um 7,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Vietnam wuchs die Zementproduktion im gleichen Zeitraum um 19 %, nachdem das Jahr 2012 aber mit Einbußen von 3,5 % abgeschlossen hatte. Der Iran hat seine Zementproduktion im letzten Jahr um 7,1 % erhöht, die Zementexporte sollen in diesem Jahr um fast 40 % wachsen.

Bild 13 liefert die Prognosedaten für das jährliche durchschnittliche Wachstum in der Zementproduktion der SETIVIM-Staaten. Das durchschnittliche Wachstum aller Staaten von 2010-2020 liegt bei 4,7 %, das weitere jährliche Wachstum von 2020-2030 liegt bei 3,3 %. Auf die größten Wachstumsraten kommen Indonesien, Saudi-Arabien und der Iran. Die kleinsten künftigen Wachstumsraten werden für die Türkei, Mexiko und Vietnam erwartet. Vietnam hat dabei deutlich an Dynamik verloren gegenüber den hohen Wachstumsraten bis 2010. Das den Produktionsdaten zugrunde liegende Bevölkerungswachstum und der jeweilige Prokopf-Zementverbrauch ergeben sich aus Bild 14. Die Länder zeichnen sich mit Ausnahme von Indonesien momentan schon durch einen relativ hohen PCC aus. Saudi-Arabien kam in 2010 bereits auf einen PCC von 1370 kg und bis 2030 kann dies auf fast 2600 steigen. Die Türkei liegt momentan schon bei einem PCC von 856 kg, bis 2030 wird ein Limit von 1063 kg gesehen.

3.3 Next 7
Unter den „Next7“-Staaten werden hier die Schwellenländer Algerien, Marokko, Nigeria, Pakistan, Malaysia, Thailand und die Philippinen verstanden. Außer dass diese Länder Zementproduktionskapazitäten von 10 bis 30 Mta besitzen, gibt es sonst wenige Gemeinsamkeiten. Das Land, welches momentan mit die größten Schlagzeilen infolge eines rapiden Kapazitätsausbaus verursacht, ist Nigeria (Bild 15). Bei der Zementproduktion stand Nigeria in 2010 aber erst bei 10 Mta. Pakistan hatte dagegen in 2010 eine Zementproduktion in Höhe von 27 Mta aber seit 2010 auch eine konstante Zementkapazität von 44,8 Mta. Ebenso hat sich seit Jahren in Thailand (Bild 16) nichts an der Zementkapazität von 56,6 Mta verändert, da man große Überkapazitäten besitzt und nur auf eine Kapazitätsauslastung von etwa 50 % kommt. In den Philippinen war der Zementverbrauch und die Zementproduktion in den letzten Jahren ebenso stagnierend und bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Auch in den nordafrikanischen Vorzeigeländern Algerien und Marokko waren zuletzt die Erwartungen gedämpft.

Bild 17 zeigt für die Next7 die Prognose der Zementproduktionen bis 2030. Danach werden sich die Zementproduktionsmengen dieser Staaten von 132 Mta in 2010 über 201 Mta in 2020 auf 287 Mta in 2030 signifikant erhöhen. Den größten absoluten Anstieg von +30 Mta hat Nigeria zu verzeichnen, gefolgt von Pakistan (+25 Mta); Marokko (+22 Mta), Algerien und Thailand (jeweils +20 Mta) sowie Malaysia und die Philippinen (jeweils +19 Mta). Für einige der Länder dürfte es aber schwierig werden, das angestrebte Wachstumsziel zu erreichen. In Marokko beispielsweise wuchs der Zementabsatz von 2010 bis 2011 um 10,7 %. In 2012 ging dann der Zementabsatz um 1,6 % zurück und in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 ist der Zementabsatz weiter um 14,5 % gegenüber dem Vorjahr gefallen. Ein derartiger Verlauf wurde in 2011 auch nicht von Pessimisten erwartet. Anders dagegen verhält es sich momentan mit dem Zementverbrauch in Nigeria, der von 2007 bis 2012 um durchschnittlich 10,2 % gestiegen ist.

Das durchschnittliche jährliche Wachstum der Next7 ist in Bild 18 dargestellt. Danach wird die Zementproduktion in den Ländern von 2010-2020 um 4,3 % und von 2020-2030 um 3,6 % wachsen. Für Nigeria wird das größte Wachstum mit 7,7 % (2010-2020) und 6,7 % (2020–2030) prognostiziert. Ebenfalls größere Wachstumsraten zwischen 4 und 5 % werden für Algerien und Marokko prognostiziert. Malaysia, die Philippinen und Pakistan liegen zwischen 3-4 %; Thailand liegt unter 3 %. Das größte absolute Bevölkerungswachstum haben ­Nigeria, Pakistan und die Philippinen (Bild 19). Algerien, Marokko, Thailand und Malaysia verzeichnen das größte Wachstum im Prokopf-Zementverbrauch (PCC). Insbesondere Marokko und Malaysia sind evtl. in der Lage, an Jahresverbräuche bis zu 1000 kg pro Einwohner zu reichen. Nigeria wird trotz des großen absoluten Wachstums nicht die 200 kg pro Kopf und Jahr im Zementverbrauch übersteigen.

4 Fazit

Die weltweiten Zementproduktionsmengen werden von 3270 Mta in 2010 auf 4830 Mta bis 2030 wachsen. Damit wird die Zementindustrie weiter wachsen, allerdings mit deutlich niedrigeren Raten als bisher. Der wesentliche Grund ist, dass China in wenigen Jahren ein Negativwachstum verzeichnen wird, was durch die übrigen Schwellenländer kompensiert werden muss. Entsprechend wird der Anteil der BRIC-Staaten am Weltwachstum reduziert und andere Schwellenländer werden das Wachstum dominieren. Die SETIVIM-Staaten sind -was die Zementindustrie angeht- nahezu mit Russland und Brasilien gleichauf und haben in den letzten Jahren ein überdurchschnittlich hohes Wachstum im Zementverbrauch erfahren. Die Gruppe der „Next7“ liegt momentan im Wachstum noch hinter den SETIVIM-Staaten, kann diese im Wachstum aber von 2020-bis 2030 überholen.

Für das Produktionswachstum bis 2030 sind insbesondere das Bevölkerungswachstum und der Prokopfverbrauch von Zement berücksichtigt. Zu erwähnen ist, dass in diesem Artikel die Prokopf-Zementverbräuche vereinfacht aus den Produktionsmengen abgeleitet sind. Für viele Staaten ohne einen signifikanten Im- und Export ist dieser Ansatz zulässig, oder wenn sich Importe und Exporte die Waage halten und Zementverbrauch und Produktion sich weitgehend decken. Bei den bisherigen hauptsächlichen Exportländern wie der Türkei, Pakistan, dem Iran oder Thailand verringern die Exporte den Prokopf-Zementverbrauch allerdings entsprechend. Anders ist dies bei Importländern wie Russland oder Indien, in denen durch Importe und höheren Zementbedarf höhere Zementverbräuche pro Kopf und Jahr ergeben.

tab ZKG KOMBI Test

4,99 € / Woche* (Test!)

Es handelt sich hierbei um ein Testangebot. Es berechtigt zu keinem gültigen Abonnement und steht hier rein für Testläufe. Bitte diesem Prozess nicht folgen.

Es handelt sich hierbei um ein Testangebot. Es berechtigt zu keinem gültigen Abonnement und steht hier rein für Testläufe. Bitte diesem Prozess nicht folgen.

Jetzt wählen

tab ZKG KOMBI Study Test

2,49 € / Woche* (nicht gültig)

Es handelt sich hierbei um ein Testangebot. Es berechtigt zu keinem gültigen Abonnement und steht hier rein für Testläufe. Bitte diesem Prozess nicht folgen.

Es handelt sich hierbei um ein Testangebot. Es berechtigt zu keinem gültigen Abonnement und steht hier rein für Testläufe. Bitte diesem Prozess nicht folgen.

Jetzt wählen

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 04/2012

Indiens Zementkapazitäten stehen unter Druck

Onestone Consulting Group

1 Einleitung Aktuelle Zahlen zur indischen Zementindustrie werden von der indischen Cement Manufacturers Association (CMA) herausgegeben. Seit dem Finanzjahr 2010 (FY10 von April 2009 bis März 2010)...

mehr
Ausgabe 06/2012

Subsahara weiter im Aufwind

ONESTONE CONSULTING GROUP

1 Einleitung Die Region Subsahara-Afrika liegt mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Zementverbrauch von 92 kg weit hinter Nordafrika zurück, das auf durchschnittlich 553 kg kommt. Die Länder...

mehr
Ausgabe 12/2010

ASEAN Zementindustrie im Aufwind

1 Einleitung Nach der globalen Weltwirtschaftskrise sind die ASEAN-Staaten neben China und Indien der Wachstumsmotor der ­Weltwirt-schaft. Insbesondere Vietnam, Indonesien und die ­Philippinen, die...

mehr
Ausgabe 7/8/2011

Nordafrikas Zementindustrie vor großen Herausforderungen

1?Einleitung Historische Veränderungen sind im Allgemeinen selten. Umso bemerkenswerter ist, dass ein solcher Umbruch derzeit in einer Weltregion vonstatten geht, die bisher eher als politisch und...

mehr
Ausgabe 10/2012

Zementfokus Lateinamerika

Onestone consulting group

1 Einleitung Lateinamerika und die Karibikstaaten haben nach der weltweiten Wirtschaftskrise in 2010 bereits wieder ein reales Wirtschaftswachstum von 6,2?% erzielt. In 2011 erfolgte eine...

mehr