Die Zementindustrie in Ägypten
Zusammenfassung: Die Anfänge der ägyptischen Zementindustrie liegen im 20. Jahrhundert. Seit der Gründung der Tourah Portland Cement Company 1927 zeigt Ägyptens Zementindustrie ein stetiges Wachstum. Aber auch der Blick auf die zukünftige Entwicklung zeigt, dass eine gewaltige Expansion erwartet werden kann. In den kommenden drei Jahren werden durch neue Produktionslinien und Expansionsprojekte neue Kapazitäten geschaffen, um dem wachsenden Verbrauch auf dem Binnenmarkt gerecht zu werden. Es wird geschätzt, dass etwa 16 Mio. t Klinker zusätzlich erzeugt werden, womit sich die projektierte Kapazität auf 54,8 Mio. t Klinker erhöht. Bei Zement erwartet man einen Zusatz zur projektierten Kapazität von rund 18 Mio. t, so dass diese von 46,6 Mio. t im Jahr 2008 auf etwa 61,8 Mio. t im Jahr 2010 gesteigert werden wird. Weiterhin wurde Ägypten zu einem der Hauptexportländer. Die Exporte erreichten 2004 mit 12,1 Mio. t Zement ihren Höhepunkt.
1 Einleitung
Die Anfänge der ägyptischen Zementindustrie liegen im 20. Jahrhundert. 1927 wurde die Tourah Portland Cement Company gegründet. Danach folgten die Helwan Cement Company südlich von Kairo und 1949 die Alexandria Cement Company. Damals wurde vorrangig nach dem Nassverfahren produziert. Diese privatwirtschaftlichen Firmen gehörten ausländischen Unternehmen. Dieser Zustand hielt bis zur Revolution 1952 an. 1956 wurde die erste nationale Firma mit ägyptischem Kapital gegründet. 1962 wurden all diese Firmen verstaatlicht und gehörten der öffentlichen Hand. Während dieses Zeitraums...
1 Einleitung
Die Anfänge der ägyptischen Zementindustrie liegen im 20. Jahrhundert. 1927 wurde die Tourah Portland Cement Company gegründet. Danach folgten die Helwan Cement Company südlich von Kairo und 1949 die Alexandria Cement Company. Damals wurde vorrangig nach dem Nassverfahren produziert. Diese privatwirtschaftlichen Firmen gehörten ausländischen Unternehmen. Dieser Zustand hielt bis zur Revolution 1952 an. 1956 wurde die erste nationale Firma mit ägyptischem Kapital gegründet. 1962 wurden all diese Firmen verstaatlicht und gehörten der öffentlichen Hand. Während dieses Zeitraums blieb die Gesamtproduktion in Ägypten bis 1980 unter 3,5 Mio. t. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Trockenverfahren eingeführt.
Die Suez Cement Company wurde 1977 gegründet und nahm 1983 die Produktion auf. 1985 begann die Assiut Cement Company zu produzieren. Ihr folgte 1987 die Amriyah Cement Company im Governorat Alexandria. 1994 wurde die Beni Suef Cement Company in Betrieb genommen. Somit gab es bis zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sieben Werke in Staatseigentum, während ein Unternehmen, nämlich die Suez Cement Company, privatwirtschaftlich geführt wurde.
Zu Beginn der 1990er Jahre schlug die Regierung einen neuen Kurs der wirtschaftlichen Reformen ein. 1991 wurde das Gesetz Nr. 203 mit dem Ziel verabschiedet, Mittel im Staatssektor freizusetzen und diesen in einen Sektor öffentlicher Anlagen umzuwandeln, und um das System der Preisfestsetzung für Zement abzuschaffen. Die Preise wurden den Marktmechanismen sowie Angebot und Nachfrage unterworfen. Aktien für einige Beteiligungen am Sektor der öffentlichen Anlagen wurden an der Börse ausgegeben, um die Eigentumsverhältnisse auszuweiten. Zum Ende der 1990er Jahre, speziell im Jahre 1996, wurde die Egyptian Cement Company gegründet, die 1999 die Produktion aufnahm. Es folgten die Sinai Cement Company mit Produktionsbeginn 2001, die Misr Cement Company (Qena) mit Aufnahme der Produktion im Jahr 2002 und schließlich die Misr Beni-Suwayf Cement Company, die 2003 zu produzieren begann. Bis zum jetzigen Zeitpunkt verfügt Ägypten über
13 Zement herstellende Firmen, in denen alle Arten von grauem und Weißzement produziert werden. Die gesamte, projektierte Kapazität betrug 2008 41,6 Mio. t Klinker pro Jahr und 46,6 Mio. t Zement pro Jahr (Bilder 1–3, Tabelle 1). Bis zum Beginn des Jahres 1999 wurden die Beni Suef Cement Company und die Assiut Cement Company an ihre, über die Mehrheit verfügenden Investoren Lafarge bzw. Cemex verkauft.
Im Jahr 2000 wurden die Alexandria Cement Company an Blue Circle und die Amriyah Cement Company an Cimpor verkauft. Weiterhin erwarb die Suez Cement Company 66 % an der Tourah Portland Cement Company, und Ciments Français kaufte 25 % der Suez Cement Company. 2005 erwarben Italcementi und andere Investoren 80 % der Suez Cement Company, und im gleichen Jahr erwarb Italcementi die Helwan Cement Company.
2 Projektierte Kapazität
Die projektierte Kapazität erreichte im Jahr 1970 2,5 Mio. t Zement. Diese Zahl stieg seitdem mit der Inbetriebnahme neuer Linien sprunghaft an. So betrug die projektierte Kapazität im Jahr 1992 15,9 Mio. t (einschließlich 0,3 Mio. t Weißzement). Im Jahr 2000 verzeichnete die Zementindustrie eine Zunahme der projektierten Kapazität auf 26,8 Mio. t Klinker, was gegenüber 1992 eine Steigerung von 68,55 % bedeutete. 2004 wurden 36,4 Mio. t Klinker erreicht, und 2007 waren es 38,8 Mio. t. Mit der Inbetriebnahme der zweiten Klinkerproduktionslinie der Sinai Cement Company mit einer Leistung von 1 Mio. t/Jahr und der Produktionsaufnahme der Arabian Cement Company mit einer projektierten Leistung von
1,8 Mio. t Klinker stieg diese Kapazität auf insgesamt 41,6 Mio. t
im Jahr 2008. Auf Zement bezogen lauteten die Zahlen der projektierten Kapazität 38,2 Mio. t im Jahr 2004 und 46,6 Mio. t
im Jahr 2008. In diesen Zahlen ist Weißzement einbegriffen, dessen projektierte Kapazität von 0,3 Mio. t auf 0,75 Mio. t anstieg.
Angesichts des von Jahr zu Jahr wachsenden Verbrauchs verkündeten die meisten Firmen Erweiterungen mit neuen Produktionslinien. Aber es wurden auch neue Zementfirmen gegründet, wie die Arabian Cement Company, Misr Aswan Cement Company und ASEC Cement Company. Alle neuen Produktionslinien und Firmen sollen bis 2010 die Produktion aufgenommen haben. Damit sollen rund 16 Mio. t/Jahr der Kapazität von 41,6 Mio. t Klinker für grauen und Weißzement des Jahres 2008 hinzugefügt werden, so dass die Gesamtzahl dann 54,8 Mio. t/Jahr betragen soll.
3 Tatsächlich erreichte Produktionsziffern
Die tatsächlich erreichten Leistungen betrugen 1990 13,2 Mio. t
Klinker und 14,2 Mio. t Zement, die sich im Jahr 2000 auf 22,4 Mio. t Klinker und 24,2 Mio. t Zement erhöht hatten. Zu Beginn 2005 lauteten die tatsächlich erreichten Produktionsziffern 34,6 Mio. t Klinker und 34,3 Mio. t Zement, was auf die Inbetriebnahme neuer Linien und die Errichtung einiger Werke auf der grünen Wiese zurückzuführen war. 2007 registrierte man eine Produktion von 36,6 Mio. t Klinker und
38,4 Mio. t Zement. 2008 waren es 41,6 Mio. t Klinker und 39,8 Mio. t Zement.
4 Verbrauch
Seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis zum Jahre 2001 stellten Importe eine wesentliche Basis für die Befriedigung der Bedürfnisse der lokalen Märkte in Ägypten dar. Mit 6,4 Mio. t Zement erreichten sie im Jahr 1999 ihren Höhepunkt. Bis 2001 sanken sie dann auf 1 Mio. t ab. Mit der Zunahme der projektierten und Produktionskapazitäten als Ergebnis der Expansion dieses Industriezweigs und der Gründung neuer Firmen wurde Ägypten zu einem der Hauptexportländer
(Tab. 1). Die Exporte erreichten 2004 mit 12,1 Mio. t Zement ihren Höhepunkt. Danach nahmen sie wieder ab und betrugen
5,7 Mio. t im Jahr 2005 sowie 4,1 Mio. t im Jahr 2007. 2008 sanken die Exporte auf 2,5 Mio. t Zement und Klinker auf Grund der wachsenden Nachfrage auf dem Binnenmarkt.
1980 betrug der lokale Zementverbrauch 7,6 Mio. t und steigerte sich auf 26,6 Mio. im Jahr 2000 (Tab.1). Ab 2005 nahm der Verbrauch auf Grund der von der Regierung durchgeführten Entwicklungspläne und von Wohnungsbauprojekten zu. Betrug der Verbrauch im Jahr 2005 noch 28,8 Mio. t, erreichte er 2006 bereits 30,5 Mio. t, wurde 2007 auf 34,4 Mio. t gesteigert und erreichte schließlich 2008 39,8 Mio. t. Für 2009 erwartet man eine Steigerung des Verbrauchs auf etwa 41,2 Mio. t. Für 2010 rechnet mit 43 Mio. t Zement.
5 Ausblick
Ein Blick auf die zukünftige Entwicklung in der Zementindustrie zeigt, dass diese in Ägypten eine gewaltige Expansion erlebt. Das drückt sich entweder in der Errichtung neuer Produktionslinien oder dem Bau neuer Zementwerke aus, die in den kommenden drei Jahren die Produktion aufnehmen werden. Das geschieht, um dem wachsenden Verbrauch auf dem Binnenmarkt gerecht zu werden. Es wird geschätzt, dass etwa 16 Mio. t
Klinker zusätzlich erzeugt werden (Tabelle 2), womit die projektierte Kapazität auf 54,8 Mio. t Klinker erhöht werden wird. Bei Zement erwartet man einen Zusatz zur projektierten Kapazität von rund 18 Mio. t, so dass diese von 46,6 Mio. t im Jahr 2008 auf etwa 61,8 Mio. t im Jahr 2010 gesteigert werden wird.
www.aucbm.org
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