Einheitlicher Wirtschaftsraum schafft Chancen
vestnik magazineIn der Zementbranche des einheitlichen Wirtschaftsraums der Länder Kasachstan, Russland und Weißrussland werden umfassende Betriebssanierungen durchgeführt.
Zementindustrie in Russland
Der Offizielle Vertreter der Holding „Eurocement Group“, Alexander Stepanenko, betont, dass von Januar bis Mai 2012 der größte Zuwachs an Zement-Produktionsvolumen in drei Werken beobachtet wurde: OAO „Mordowzement“ (+ 515 800 t), OOO „Tulazement“ (+ 316 600 t) und OAO „Leningradslanets“ (+ 281 800 t).
Ein Rückgang des Produktionsvolumens wurde für folgende Werken registriert: OAO „Noworoszement“ (- 38 000 t), OAO „Wolskzement“ (- 32 800 t), OOO „Angarskij Zement“ (- 27 700 t). „Einen wesentlichen Rückgang der Produktion gab es nur im Südlichen Föderalkreis (- 94 700 t) und Dalnewostotschnij Föderalkreis (- 28 400 t). In anderen Kreisen wurde kein Rückgang registriert. Der größte Zuwachs fand im Priwolzhskij Föderalkreis (+ 1 016 900 t), im Zentralföderalkreis (+ 820 900 t) und im Nordwestlichen Föderalkreis (+ 500 400 t)“ statt, sagte Stepanenko.
Dem leitenden Experten der Leitungsgesellschaft „Finam“, Dmitri Baranow, zufolge hat die Produktionssteigerung verschiedene Gründe. Ein erster Erklärungsansatz ist die Erholung des Baustoffsektors. Ein weiterer Grund ist eine Vergrößerung des Bauvolumens, insbesondere beim Wohnungsbau. Unterstützt wird das auch durch mehrere Infrastrukturprojekte, die im Land realisiert werden. Natürlich leistet die Hauptunterstützung für die Branche der Einzelbau, z. B. der Bereich Wohnungsrenovierung. Laut Alexander Stepanenko beträgt der jahresdurchschnittliche Zuwachs im Zementverbrauch in Russland in den letzten zehn Jahren (2000–2011) trotz der weltweiten Krise 7–10 %. Bis 2020 wird ein durchschnittlicher Jahreszuwachs von mindestens 8 % erwartet. Das Kapazitätswachstum entspricht in vollem Maße der Entwicklung des Bedarfs auf dem Zementmarkt.
Im Laufe der letzten 15 Jahre vor 2005 ist die Zementproduktion in vielen Betrieben gedrosselt worden. Ab 2005 hat der Wiederaufbau von Produktionskapazitäten und der Bau neuer Zementwerke begonnen. Bis 2012 wurden nahezu alle stillgelegten Kapazitäten kompensiert, das Gesamtwachstum betrug 22 Mio. t. Bis 2020 erwartet man die Inbetriebnahme von zusätzlichen 30 Mio. t an Produktionskapazitäten. Allein die ZAO „Eurocement Group“ wird 20 % dieses Volumens in Betrieb nehmen (6 Mio. t). Prognosen zufolge wird das Gesamtvolumen an Kapazitäten in Russland bis 2020 die 120-Mio.-t-Marke überschreiten.
Nach Aussage der Experten der Leitungsgesellschaft „Finam“ sind die wichtigsten Investitionsprojekte, die derzeit die Entwicklung des russischen Zementmarktes beeinflussen können, die Vollendung der Modernisierung der Ofenlinie 1 bei Spasskzement, mit der 2009 begonnen wurde, der Baubeginn des neuen Zementwerks der Eurocement Holding in Samara, die Fertigstellung des Werkes „Noworoszement“ sowie die bevorstehende Inbetriebnahme der neuen, modernen Linie von Eurocement in der Siedlung Podgorenskij im Voronezh-Gebiet.
Laut Angaben der „Eurocement Group“ haben Anfang 2010 nur 15 % aller Kapazitäten der Russischen Föderation mit dem energiesparenden Trockenverfahren gearbeitet. Bis Anfang 2012 arbeiten nun schon 19 % im Trockenverfahren. Bis 2020 wird der Anteil moderner Werke 40 % erreichen. Generell wird in ganz Russland die Modernisierung alter Werke auf das moderne Trockenverfahren ein wichtiger Aspekt sein.
Zementpreise
Importe und Exporte
Die größten Lieferanten waren (insgesamt 75,7 % vom Import): Türkei (36,6 % vom Gesamtvolumen), Weißrussland (20,8 %), Iran (6,6 %), Lettland (6,5 %) und Schweden (5,3 %). Der Klinkerimport von Januar bis Mai 2012 betrug 172 600 t, was 48,2 % mehr ist als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die größten Importländer sind Estland (78,8 % vom Gesamtklinkerimport), Südkorea (11,5 %) und Schweden (5,9 %). Die Hauptverbraucher von Import-Klinker in den fünf Monaten des laufenden Jahres sind OAO „Tsesla“ (146 200 t) und OAO „Spasskzement“ (19 900 t).
Eine starke Konkurrenz durch Importe existiere bislang nicht, so Mikhail Rodionow, stellvertretender Direktor der Staatsgesellschaft Rusmet. „Die Umfänge der Importe nach Russland sind verhältnismäßig klein. Es sieht derzeit nicht so aus, als ob die Importe die Preisgestaltung beeinflussen.“ Ein Beispiel ist laut Rodionow der Iran. Der Import von dort sei grundsätzlich wegen der internationalen Sanktionen gegen das Land entstanden. Nach dem Ausschluss der IRI-Banken aus dem SWIFT-System habe man bei iranischen Geschäften über den Bankhandel nicht mehr normal bezahlen können, sondern nur noch in Bar oder via Überweisung von Devisenauslandsgesellschaften der IRI, die außerhalb der iranischen Banken transferieren. „Auch aus diesem Grunde erwarten wir jetzt ein Aufblühen des Warenaustausches, so können z. B. Stahlhalbprodukte gegen Zement getauscht werden“, sagte Rodionow.
Grundsätzlich sieht sich die Zementindustrie der RF bis 2020 ausbalanciert. „Bei der zeitlichen Inbetriebnahme aller angekündigten Werke und ihrer zu erwarteten Auslastung von 65–70 % der installierten Kapazität können alle voraussichtlichen Bauprojekte verwirklicht werden“, sagte Alexander Stepanenko. Im Vergleich zu 2011 betrug die Kapazitätsauslastung 67 %, im Rekordjahr 2007 dagegen 78 %. Der Zementpreis werde sich bis 2020 auf dem Niveau der Inflationsprognosen des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung befinden – bei 4 bis 6 %.
Kasachstan reduziert die
Abhängigkeit vom importierten Zement
Laut Angaben der statistischen Agentur Kasachstans (ARKS) wurden dort im letzten Jahr 7,64 Mio. t Zement hergestellt. Olga Kijutzina betonte, dass dies der Rekordwert der letzten zehn Jahre sei. Im Vergleich zu 2010 ist das Produktionsvolumen (Tabelle 1) um 14 % gewachsen. Als Ergebnis davon könnte der Importanteil auf 13,6 % reduziert werden. Ein Teil der kasachischen Zementproduktion könnte dann sogar exportiert werden (ca. 200 000 t/a).
Der Zementpreis in der Republik Kasachstan – genauso wie in Russland – ist ab 2012 rasant gestiegen und hat schon die Werte desselben Vorjahreszeitraums überschritten. Im Juni 2012 betrug der Preis für eine Tonne Zement 12 577 Tenge (ca. 84 US$). Im Juni 2011 lag er gemäß ARKS noch bei 10 973 Tenge (ca. 73 US$).
Die Gesamtprojektkapazität der kasachischen Zementwerke beträgt aktuell 12,2 Mio. t., die verfügbare Kapazität (Projektkapazität, korrigiert auf den tatsächlichen derzeitigen Ausrüstungsstand) liegt bei 7,8 Mio. t. In Kasachstan gibt es sieben große Werke, zwei davon sind neu und wurden 2010/11 in Betrieb genommen: TOO „Mynaral Tas company“ und TOO „Standard Zement“. Wie Olga Kijutzina erklärte, entfällt das Hauptproduktionsvolumen von Zement auf Ost-Kasachstan, wo die Werke AO „Semejzement“ und AO „Buchtarminskaja Zementnaja Kompanija“ operieren. Einen Markanteil von rund 30 % hat das Werk „CentralAsia Cement“. 2009/10 wurden hier die Linien 5 und 6 in Betrieb genommen, was zu einer Vordoppelung der Kapazität geführt hat.
Wie ARKS weiter mitteilte, werden 2013 in Kasachstan noch drei weitere Zementwerke mit einer projektierten Kapazität von 2,3 Mio. t mit der Produktion beginnen. Insgesamt werden in Kasachstan entsprechend den Plänen der Regierung bis 2014 19,5 Mio. t Zement jährlich produziert, während sich der inländische Verbrauch auf rund 15 Mio. t belaufen wird. Experten meinen, dass sogar bei einem hohen Bauvolumen der inländische Zementverbrauch in Kasachstan 13 Mio. t nicht überschritten wird.
Zementwerke in Weißrussland
werden zu Holdings zusammengesetzt
Die einheimische Zementproduktion wird laut Pressedienst des Präsidenten der Republik Weißrussland durch drei Unternehmen abgedeckt: „Krasnoselskstroymaterialy“ JSC (Bilder 1, 2), die 40 % des Gesamtvolumens liefern, „Belarusski zementni zavod“ JSC (Bild 3) mit 25 % sowie „Kritschevzementnoschifer“ JSC (Bild 4) mit 35 %.
Ein Wendepunkt in der Entwicklung der Zementindustrie des Landes war eine Sitzung mit dem Präsidenten von Weißrussland, Alexander Lukaschenko, im Juli 2007. Die Regierung wurde beauftragt, Maßnahmen für die Erhöhung der jährlichen Zementproduktion weißrussischer Unternehmen bis auf 10 Mio. t zu ergreifen. Die chinesische staatliche Kapitalgesellschaft CITIC Construction hat daraufhin mit der Realisierung von Investitionsprojekten für den Bau moderner Produktionslinien mit einer Kapazität von 5,4 Mio. t/a Zement begonnen (Bild 5). Im Jahr 2012 wurden zwei Projekte in Betrieb genommen, ein weiteres folgt 2013. Bemerkenswert ist, dass die Hauptfinanzierung durch Kredite der Eximbank China erfolgt.
Für 2012 war geplant, dass in drei Unternehmen der weißrussischen Zementindustrie allein 6 Mio. t Zement hergestellt werden, 2 Mio. t davon für den Export. Im Laufe des Jahres 2013 sollen dann die von Präsident Lukashenko geforderten 10 Mio. t Zement produziert werden, davon 4,8 Mio. t für den inländischen Markt und 5,2 Mio. t für den Export. Zum Vergleich: Das Zement-Exportvolumen im Jahr 2011 betrug gerade mal 0,5 Mio. t.
Die Erfahrungen mit Exporten in der Republik Weißrussland können als Beispiel für viele Länder dienen. Es ist bekannt, dass das Land ungefähr 40 % des Zementmarktes in Litauen und Lettland und 20 % in Polen bedient hat. Mit dem Beitritt der drei letztgenannten Staaten in die EU haben weißrussische Zementhersteller ernsthafte Probleme mit der Sicherung der ehemaligen Märkte bekommen, weil neue EU-Mitglieder europäische Standards für die Zementproduktion eingeführt haben. Um dieses Problem zu lösen, betrieben weißrussische Spezialisten in sehr kurzer Zeit einen großen Aufwand, um die Standards zu übersetzen, sie zu analysieren und umzusetzen. So wurde die Einführung der EU-Standards für Zemente und entsprechende Methoden erfolgreich und in kürzester Frist umgesetzt. Der nun nach europäischen Standards erzeugte Zement wird erfolgreich in Russland und anderen GUS-Staaten verkauft.
Eine Strategie des weißrussischen Zementmarktes ist auf die Initiative des Ministeriums für Architektur und Bau zurückzuführen, Zementunternehmen in der vergangenen Saison in Holdings zusammenzufassen. Nach Meinung der Amtsvertreter wurde damit ein zusätzlicher Anreiz für ausländische Investoren geschaffen. Die Bildung von Holdings hat wirtschaftliche Vorteile zur Folge. Im Wesentlichen handelt es sich um die Kapitalisierung von Gewinnen und Aktiva, sowie die Reduzierung der Steuerbelastung. Zu den Pluspunkten der Holdingbildung gehört auch die Möglichkeit, mit Eigentum und Geldern zu arbeiten und die Gewinne für Investitionszwecke und die Suche nach neuen Absatzmärkten zu verwenden.
Auf einem Treffen in Juni 2012 der stellvertretenden weißrussischen Ministerpräsidenten Anatolij Kalinin und Anatolij Tosik mit der Geschäftsführung der chinesischen CITIC Construction wurde auch die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass die chinesische Gesellschaft einer der Bauholdings beitritt, die in Weißrussland gegründet wurden. Hinzu kommt die Möglichkeit der Gründung einer CITIC Construction Bank in Weißrussland. Für die Finanzierung dieses und anderer Projekte haben die Parteien vereinbart, die Gründung von weißrussisch-chinesischen Investmentfonds in Betracht zu ziehen.
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