Hocheffiziente Zementherstellung mit POLYCOM®­ und SEPOL® PC
– Maschinen und Anlagenkonzept –

THYSSENKRUPP POLYSIUS

Zum Ermahlen von Zement können die Gutbett-Walzenmühle POLYCOM® und der statisch-dynamische Sichter SEPOL® PC als Fertig-Mahlkreislauf oder auch in Verbindung mit einer Kugelmühle als Kombi-Mahlanlage installiert werden.

1 Einleitung

Seit über einem Vierteljahrhundert hat ThyssenKrupp ­Polysius erfolgreich die Gutbett-Walzenmühlen ­POLYCOM® im Einsatz, davon weltweit mehr als 65 in Kombi-Mahlanlagen für die energieeffiziente Herstellung von hochwertigen Zementen errichtet. Das Hauptmerkmal dieses Kombi-Mahlsystems ist die Vormahlung des Zementklinkers mit der POLYCOM®, die in einem geschlossenen Kreislauf mit dem statisch-dynamischen Sichter SEPOL® PC arbeitet, und einer anschließenden Feinmahlung in einer Kugelmühle. Ein wesentlicher Vorteil dieses Systems ist eine deutliche Reduzierung des spezifischen...

1 Einleitung

Seit über einem Vierteljahrhundert hat ThyssenKrupp ­Polysius erfolgreich die Gutbett-Walzenmühlen ­POLYCOM® im Einsatz, davon weltweit mehr als 65 in Kombi-Mahlanlagen für die energieeffiziente Herstellung von hochwertigen Zementen errichtet. Das Hauptmerkmal dieses Kombi-Mahlsystems ist die Vormahlung des Zementklinkers mit der POLYCOM®, die in einem geschlossenen Kreislauf mit dem statisch-dynamischen Sichter SEPOL® PC arbeitet, und einer anschließenden Feinmahlung in einer Kugelmühle. Ein wesentlicher Vorteil dieses Systems ist eine deutliche Reduzierung des spezifischen Energiebedarfs verglichen mit einer Zementmahlung in einem herkömmlichen Kugelmühlen-Sichter-Kreislauf. Diese Re­duzierung liegt bei gleichzeitiger deutlicher Erhöhung der Durchsatzleistung bei 30 % bis 40 %. Wird die ­POLYCOM® als alleiniges Mahlaggregat eingesetzt, wird dies als Fertigmahlung bezeichnet, und die dabei mögliche Energieeinsparung liegt im Bereich von 50 %. Gegenüber der Reib- und Schlagbeanspruchung des Mahlgutes im Inneren von Kugelmühlen zeichnet sich die Hochdruckbeanspruchung im Gutbett durch eine signifikant höhere Energieausnutzung aus.

Durch die kontinuierliche Optimierung des Gesamtkonzeptes können Gutbett-Walzenmühlen POLYCOM® in neue und existierende Mahlanlagen sowohl verfahrens- als auch anlagentechnisch einfach integriert werden. Seit 2009 hat ThyssenKrupp Polysius allein 17 Aufträge aus Indien über die Lieferung von Kombi-Mahlanlagen mit einer POLYCOM® – SEPOL® PC – Kombination erhalten. Hierbei handelt es sich sowohl um Neuanlagen als auch um Leistungssteigerungen vorhandener Kugelmühlen. Im IV. Quartal 2011 ging die erste dieser Anlagen als Erweiterung einer vorhandenen Kugelmühle mit einer garantierten Steigerung der Mahlleistung von 100 t/h auf ca. 300 t/h für einen Flugaschenzement erfolgreich in Betrieb. Das Titelbild zeigt eine Aufnahme dieser Mahlanlagenerweiterung in Chanderia, Rajasthan/Indien.

Moderne POLYCOM® – Mahlsysteme bestehen aus der Gutbett-Walzenmühle und dem statisch-dynamischen Sichter SEPOL® PC. Dieser neu entwickelte SEPOL® PC ist die Kombination eines sehr kompakten statischen Querstromsichters mit einem dynamischen Hochleistungssichter SEPOL® LM und kann als gemeinsamer Sichter für POLYCOM® und Kugelmühle verwendet werden. Dieses Sichtkonzept wurde speziell für die Anwendung in einem Mahlkreislauf mit einer Gutbett-Walzenmühle entwickelt und umgesetzt. Weiterhin kann das Umlaufgut der Kugel­mühle von oben auf den Streuteller des SEPOL® LM, der das Material gleichmäßig in der Sichtzone verteilt, auf­gegeben werden. Ein typisches Prozess-Fließbild einer Kombi-Mahlanlage ist in Bild 1 dargestellt.


2 Gutbett-Walzenmühle POLYCOM®

2.1 Konstruktiver Aufbau
In der Zementindustrie haben sich Gutbett-Walzenmühlen – nicht zuletzt aufgrund des geringen Energiebedarfs – bestens bewährt und sind heute weltweit zur Mahlung von Zementrohmaterial, Zementklinker sowie Hüttensand erfolgreich im Einsatz.

Um die an die Gutbett-Zerkleinerung gestellten Anforderungen wie:

hohe Standzeiten der Walzenoberflächen,

energetisch günstige Produktion von Feingut,

optimales Materialeinzugsverhalten für maximalen Durchsatz,

hohe Laufruhe zum Schutz der Maschine sowie

problemloser Austausch verschlissener Walzenkörper

zu erfüllen, sind die POLYCOM®-Mahlwalzen mit einem Länge/Durchmesser-Verhältnis von 0,3 bis 1,0 konzipiert. Das hat folgende Vorteile:

große Wellendurchmesser zur Aufnahme der Biege- und Torsionsspannungen,

betriebssicher dimensionierte Lager,

optimale Lagerabstände zur Minimierung der Biegemomente,

große Bandagendicken für sicheren Schrumpfsitz sowie

große Verschleißschichtdicken für lange Laufzeiten und minimierte Verschleißkosten.


Die Gutbett-Walzenmühle POLYCOM® zeichnet sich durch das Zusammenspiel von (a) Kennlinie der Hydraulik zum Aufbringen der Mahlkraft, (b) kontrollierter Materialaufgabe für ein optimales Einzugsverhalten der Walzen sowie (c) der Bereitstellung des erforderlichen Drehmomentes aus (Bild 2).

Fest- und Loswalze sind in Lagerblöcken fixiert, wobei der Lagerbock der Loswalze in Längsrichtung beweglich geführt wird. Die Schiefstellung der Loswalze wird durch die entsprechenden Lager ausgeglichen. Die Mahlkräfte werden von 2 oder 4 Hydraulikzylindern, je nach Maschinengröße, auf die Loswalze übertragen. Ein hydropneumatisches Federsystem erlaubt die Einstellung verschiedener Anpress-Charakteristiken, materialspezifische Regelmöglichkeiten zur Aufbringung des optimalen Mahldrucks im Walzenspalt sowie zum Schutz der Maschine gegen mögliche Überlasten. Durch Positionsänderung passt sich die Loswalzeneinheit wechselnden Mahlguteigenschaften selbsttätig an.

Um eine gleichmäßige Verteilung der Antriebsleistung auf die beiden Antriebsmotoren zu gewährleisten, ist der Aufgabeschacht mit Verstellzungen ausgerüstet, sodass das Durchsatzverhalten der Maschine gesteuert werden kann. Die Überwachung des Materialfüllstands erfolgt über Druckmessdosen am Aufgabebunker der ­POLYCOM®.


2.2 Verfahrenstechnik
Bei Neuanlagen bietet die POLYCOM® ein wirtschaftlich überlegenes Konzept im Vergleich zu den herkömmlichen Kugelmühlen-Sichter-Kreisläufen. Maximale Durchsatzsteigerungen bereits existierender Anlagen prädestinieren die Gutbett-Walzenmühle zudem für Erweiterungsinvestitionen. Aufgrund des geringen Platzbedarfs und der hohen Leistungsdichte lässt sich die POLYCOM® problemlos in vorhandene Anlagen integrieren. Aktuell wird die POLYCOM® wird für Schülpen-Durchsätze bis 1300 t/h bei der Zementherstellung eingesetzt. Das Mahlgut, mit einem Aufgabekorn von bis zu 60 mm, kann trocken oder feucht aufgegeben werden. Bei Bedarf wird das Material extern oder im statisch-dynamischen Sichter SEPOL® PC vorgetrocknet.

Die Hochdruckgutbett-Zerkleinerung der POLYCOM® basiert auf folgendem Prinzip: Das spröde Korn wird über den Aufgabebunker der Gutbett-Walzenmühle zugeführt. Die Mahlwerkzeuge sind zwei gegenläufig rotierende Walzen, zwischen denen das Mahlgut zerkleinert wird. Der zum Zerkleinern notwendige Druck (bis zu 250 MPa im Mahlspalt) wird über die Hydraulik aufgebracht. Das Ergebnis dieser Zerkleinerung sind Schülpen, die hohe Feingutanteile sowie Risse in den gröberen Körnern aufweisen. Während in Kugelmühlen Druck- und Schubkräfte das Mahlgut beanspruchen, wirken im Gutbett fast ausschließlich Druckkräfte (Bild 3). Die durch Druck in einem Partikel aufgebauten Spannungen sind im Vergleich zur Schubspannung fast fünfmal so hoch.

Die Verweilzeit des Mahlgutes in klassischen Kugelmühlen-Umlaufmahlanlagen beträgt bis zu 30 min. Erst nach einer Vielzahl von Beanspruchungsereignissen wird das Umlaufgut gesichtet. Dadurch kommt es zu einer Übermahlung und einem dementsprechend hohen Anteil an Feinstpartikeln im Fertiggut. Im Gegensatz dazu liegt die Verweilzeit in der POLYCOM® im Millisekundenbereich. Nach jeweils einem Walzendurchlauf erfolgt die Sichtung des Umlaufgutes. Im Gegensatz zur klassischen Kugelmühle existiert im POLYCOM®-Kreislauf eine strikte Trennung von Zerkleinerungs- und Klassierprozessen.


2.3 Verschleißschutzkonzepte
Seit Einführung der POLYCOM® wurde das Verschleißschutzkonzept kontinuierlich weiterentwickelt, um den Anforderungen verschiedener Aufgabematerialien und des Zementmarktes gerecht zu werden. ThyssenKrupp ­Polysius offeriert: für unterschiedliche Anforderungen

geschmiedete, auftragsgeschweißte Walzen und

Hartguss-Bandagen aus Bainit sowie

Hartguss-Bandagen aus Verbundguss.


Die geschmiedeten, auftragsgeschweißten Bandagen finden vorzugsweise bei der Vermahlung von Hüttensand bzw. hüttensandhaltigen Zementen Verwendung. Die bainitischen Bandagen sind derzeit für die Zementherstellung (ohne signifikanten Hüttensandanteil) der Standard-Verschleißschutz. Zukünftig werden vermehrt Verbundguss-Bandagen zum Einsatz kommen. Diese zeichnen sich durch geringeren Verschleiß und damit längere erreichbare Standzeiten aus (Bild 4).
Die durch Praxiserfahrungen optimierten aufgeschweißten Profile auf den Mahlwalzen verbessern den Material­einzug und minimieren Relativbewegungen zwischen Mahlgut und Walzenoberfläche. Damit werden zum einen höhere Durchsätze und zum anderen höhere Standzeiten erreicht.


3 Statisch – dynamischer Sichter SEPOL® PC

3.1 Konstruktiver Aufbau
Der neu entwickelte SEPOL® PC ist eine Kombination eines sehr kompakten statischen Querstromsichters mit einem dynamischen Rotorsichter. Die Vorteile dieses Konzeptes der zweistufigen Sichtung sind:

hohe Sichteffizienz bei minimaler Bauhöhe,

hohe erreichbare Feinheiten,

die Möglichkeit, Materialströme (Aufgabe, Fertiggut, Grieße) optimal zu lenken und

hohe Verschleißfestigkeit gegen Grobgut in den Schülpen.


Die hohe Verschleißfestigkeit erlaubt, dem Querstromsichter relativ grobes Gut aufzugeben. Dem dynamischen Rotorsichter wird damit nur Material, das bereits vorgesichtet wurde, angeboten. Eine 3-D-Darstellung des ­SEPOL® PC ist in Bild 5 zu sehen.


3.2 Der statische Querstromsichter
Das Frischgut sowie die Schülpen aus der Hochdruckzerkleinerung werden dem Querstromsichter über eine Verteilerschurre aufgegeben. Dabei wird das Aufgabegut mit Hilfe von Umlenkplatten desagglomeriert und entlang des Belüftungsbodens, der aus modularen, verschleißfesten Guss-Stahl-Segmenten besteht, gesichtet (Bild 6). Die feineren Anteile werden per Luftstrom dem dynamischen Sichter zugeführt und das Grobgut (Grieße I) wird zur weiteren Zerkleinerung der Mahlgutzuführung der ­POLYCOM® aufgegeben.

Die Installation des Belüftungsbodens ermöglicht die sehr kompakte Bauweise des Querstromsichters. Horizontale Leitbleche sind nicht erforderlich, lediglich vertikale Leitbleche zur Verbesserung des Tragverhaltens der Sichtluft werden installiert (Bild 7).


3.3 Der Hochleistungssichter SEPOL® LM
Beim dynamischen Sichter handelt es sich um den Hochleistungssichter SEPOL® LM (Bild 8). Das im Luftstrom aus dem Querstromsichter ausgetragene Zwischenprodukt wird dem Sichter von unten zugeführt. Von außen einstellbare Leitschaufeln geben der Luft den für eine optimale Sichtung nötigen Drall. Der Korbrotor trennt das Fertiggut von den Grießen (Grieße II), die anschließend über den Grießkonus zusammen mit den Grießen I des Querstromsichters wieder der ­POLYCOM® aufgegeben werden. In einer Kombi-Mahlanlage werden diese Grieße II zwischen POLYCOM® und der anschließenden Kugelmühle zur weiteren Zerkleinerung geregelt aufgeteilt. Das Fertiggut, welches den Rotorkorb passiert, wird in nachfolgenden Zyklonen bzw. Filtern abgeschieden.


4 Verfahrenstechnische Anlagenschaltungen

Die Gutbett-Walzenmühle POLYCOM® kann in verschiedenen Verfahrensvarianten in neue und existierenden Mahlanlagen integriert werden.


4.1 POLYCOM® als Fertigmahlanlage
Bild 9 zeigt ein typisches Prozess-Fließbild einer ­POLYCOM® im Fertig-Mahlkreislauf. In diesem Fall kann die größtmögliche Energieeinsparung gegenüber einem Kugelmühlen-Kreislauf erzielt werden. Es erfolgt keine Übermahlung von Klinker und Zuschlagstoffen. Des Weiteren kann hier die POLYCOM® bei der separaten Vermahlung der einzelnen Bestandteile von Komposit-Zementen auf die jeweils bestmöglichen Verfahrensbedingungen eingestellt werden, was zu einer optimalen Energieausnutzung führt.


4.2 POLYCOM® als Kombi-Mahlanlage
Eine Kombi-Mahlanlage ist die Zusammenschaltung ­einer Gutbett-Walzenmühle POLYCOM® mit einer nachfolgenden Kugelmühle. Kombi-Mahlanlagen verknüpfen die Vorteile der POLYCOM®-Fertigmahlung (hohe Energieeffizienz) mit denen der klassischen Zementmahlung in Kugelmühlen. Das entstehende Produkt ist mit einem Kugelmühlenzement vergleichbar, bei jedoch deutlich besserer Energieausnutzung. Mit einer Kombi-Mahlan­lage sind derzeit Produk­tionsraten von bis 400 t/h bei einem CEM I erreichbar.

Eine Neuinstallation (Bild 1) hat den Vorteil, dass sich POLYCOM® und Kugelmühle einen gemeinsamen Sichter SEPOL® PC teilen und so nur ein Produktstrom die Anlage verlässt. Ein gemeinsamer Sichter erfordert ebenso nur einen Sichtluftkreislauf, von dem nur die Entstaubungsluft abgeführt werden muss.

Bei einer Leistungssteigerung einer vorhandenen Kugelmühle (Bild 10) wird der POLYCOM®-Kreislauf vorgeschaltet, im Regelfall bleibt der Kugelmühlenkreislauf inklusive Sichter unverändert. In diesem Fall setzt sich das Produkt aus den Fertiggütern von POLYCOM®-Kreislauf und Kugelmühlen-Kreislauf zusammen.


5 Polysius-Anlagendesign

Herzstück einer Mahlanlage ist die Gutbett-Walzenmühle. Jedoch ist die Frage zu klären, wo dieses Herz angeordnet werden soll.

Was ist, wenn sich der statische Querstromsichter oberhalb der POLYCOM® befindet?

Die POLYCOM® steht deutlich tiefer, damit befinden sich die hohen Lasten näher am Erdboden, was eine deutlich einfachere Bauausführung erlaubt.

Es wird nur ein Becherwerk für Frisch- und Umlaufgut benötigt.

Zusätzliches Förderequipment für das Frischgut kann entfallen.

Durch den gemeinsamen Transport zum Querstromsichter werden Frisch- und Umlaufgut optimal durchmischt.

Der mechanische Transport sorgt zudem für eine Desagglomeration der POLYCOM®-Schülpen und ermöglicht eine deutlich verbesserte Verteilung des Aufgabegutes über der Sichterbreite und damit eine höhere Sichteffizienz im Querstromsichter.

Der dynamische Sichter SEPOL® LM ist mit dem Querstromichter zu einer kompakten Sichtereinheit verbunden.

Durch ein individuelles Übergangsstück können sowohl Querstrom- als auch dynamischer Sichter den jeweiligen Erfordernissen optimal angepasst werden.

Die Grieße aus Querstrom- und dynamischem Sichter werden direkt und durchmischt der Mahlgutaufgabe der POLYCOM® zugeführt.


Aufgrund der aufgezeigten Vorteile befinden sich in ­Polysius-Anlagen sowohl der Querstrom- als auch der dynamische Sichter als kompakte Sichtereinheit oberhalb der Gutbett-Walzemühle POLYCOM®, zu sehen den ­Bildern 11 und 12 sowie den Prozess-Fließbildern.
Warum keine mittige Anordnung, d. h. wenn der Querstromsichter unterhalb der Gutbett-Walzenmühle positioniert würde?

Die Gutbett-Walzenmühle wird deutlich höher aufgestellt werden, damit müssen auch die hohen Maschinen­lasten weit vom Erdboden abgefangen werden, was eine deutlich umfangreichere Bauausführung nach sich zieht.

Für die Frischgutzufuhr sind zusätzliche Förderaggregate notwendig.

Die sehr kompakten und festen Schülpen werden ohne weitere mechanische Beanspruchung dem Querstromsichter aufgegeben, was sich deshalb und aufgrund der möglichen schlechteren Verteilung über der Sichterbreite negativ auf das Sichtergebnis auswirkt.

Das Umlaufbecherwerk muss aufgrund des Bau­volumen des Querstromsichters weiter entfernt von der Gutbett-Walzenmühle aufgestellt werden.


Die Polysius- Anlagenschaltung hat als weiteren Vorteil, dass die komplette Mühlenaufgabe bestehend aus Frisch- und Umlaufgut mittels Metalldetektor und -ausschleusung für einen optimalen Schutz der Walzenkörper vor Fremdeisen sorgt. Damit ist die Gefahr einer Beschädigung der Walzenoberfläche minimiert. Weiterhin erlaubt das Anlagendesign das Becherwerk sehr nah an der POLYCOM® und auch am Aufgabepunkt des Querstromsichters zu positionieren, was eine geringe Gebäudehöhe ermöglicht. Das Aufgabegut wird durch den mechanischen Transport mit Becherwerk und Gurtförderer zum Querstromsichter aufgelockert, und somit wird eine optimale Verteilung auf die Sichterbreite in der Aufgabeschurre erreicht. Durch den horizontalen Bandtransport kann das Umlaufbecherwerk entsprechend kurz ausfallen. Des Weiteren gestattet das gezeigte Anlagendesign einen weit unten liegenden Aufgabepunkt für das Frischgut und damit eine relativ simpel zu realisierende Zuführung in den Mahlprozess.
Durch die genannten Maßnahmen wurde die Kombi­nation aus Gutbett-Walzenmühle und Kugelmühle anlagentechnisch optimiert, so dass es möglich ist, eine Mahlanlage mit POLYCOM® und SEPOL® PC mit geringst möglichem Flächenverbrauch (optimum foot print solu­tion) zu errichten.


6 Flexibilität des Mahlsystems

Eine weitere positive Eigenschaft einer Kombi-Mahlanlage ist die Möglichkeit, bei Bedarf auf eine POLYCOM®-Fertigmahlung umzustellen. Dies kann beispielsweise bei Wartung der Kugelmühle oder kurzfristig geringerem Absatz erforderlich werden. Dazu wird der Grieße-II-Weg zur Kugelmühle geschlossen und die Kugelmühle vom Mahlsystem entkoppelt. In diesem Fall wird in der Mahlanlage zwar absolut weniger Zement produziert, jedoch mit einer höheren Energieeffizienz.

Um größere Durchsätze zu generieren bzw. mehrere Fertigprodukte gleichzeitig zu erzeugen, können mehrere identische Mahlanlagen aufgebaut werden. So kann in einer Mahlanlage CEM I mit Klinker und Gips und in einer weiteren Mahlanlage Hüttensand unter jeweils optimalen Verfahrensbedingungen erzeugt und anschließend zu CEM II vermischt werden. Weiterhin hat dies den Charme einer kostenoptimalen Ersatzteilverfügbarkeit.

Durch den Aufbau identischer, jedoch verfahrenstechnisch voneinander getrennter Mahlanlagen wird eine größtmögliche Flexibilität, Betriebssicherheit und Anlagenverfügbarkeit gewährleistet. Die verfahrenstechnische Trennung betrifft sowohl den Mahl- als auch den Sichtprozess. Bei Wartung einer Anlage können die jeweils anderen unabhängig davon weiter betrieben werden.

Ein Aufbau individueller Mahlanlagen erlaubt den Betrieb unter jeweils optimalen verfahrenstechnischen Bedingungen, was zu einer hohen Energieeffizienz und damit zu geringen Energiekosten und Umweltbelastungen – im Vergleich zum klassischen Kugelmühlen-Sichter-Kreislauf – führt.


7 Zusammenfassung

Der Einsatz von Gutbett-Walzenmühlen zum Ermahlen von Zement ermöglicht es, den massebezogenen Energieeinsatz gegenüber der Zementmahlung in Kugelmühlen um bis zu 50 % zu reduzieren. ThyssenKrupp Polysius baut und liefert seit über einem Vierteljahrhundert erfolgreich ihre Gutbett-Walzenmühle POLYCOM®. Diese zeichnet sich durch das Zusammenspiel von Mahlkraft, kontrollierter Materialaufgabe sowie Bereitstellung des erforderlichen Drehmomentes aus. Für das Aussichten des Fertiggutes findet der neu entwickelte statisch-dynamische Sichter SEPOL® PC Anwendung. Dieser ist eine Kombination eines sehr kompakten statischen Querstromsichters mit dem dynamischen Hochleistungssichter SEPOL® LM. Zum Ermahlen von Zement können POLYCOM® und SEPOL® PC als Fertig-Mahlkreislauf oder auch in Verbindung mit einer Kugelmühle als Kombi-Mahlanlage montiert werden. Dabei wird der SEPOL® PC als kompakte Sichtereinheit oberhalb der POLYCOM® platziert.

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