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Qualität und Innovation

Zweite Internationale Trockenmörtel-Konferenz idmmc two, Nürnberg/Deutschland (30.03.2009)

224 Teilnehmer nahmen an der 2. Internationalen Trockenmörtelkonferenz idmmc two in der kleinen Meistersingerhalle in Nürnberg teil (Bild 1). Ferdinand Leopolder, drymix.info, und der Vorsitzende des Technischen Komittees Prof. Dr. Johann Plank, TUM, eröffneten das reichhaltige Vortragsprogramm (Bilder 2 und 3).
In dem ersten Vortrag stellte Andreas Hecker, DowWolff Cellulosics GmbH, das Thema „CEM-III-Zemente in Spritzmassen auf ­Zementbasis“ vor. Er wies unter anderem darauf hin, dass CEM-III-Zemente zufrieden stellende Frühfestigkeiten und ein entsprechende Festigkeitsentwicklung bieten und...

224 Teilnehmer nahmen an der 2. Internationalen Trockenmörtelkonferenz idmmc two in der kleinen Meistersingerhalle in Nürnberg teil (Bild 1). Ferdinand Leopolder, drymix.info, und der Vorsitzende des Technischen Komittees Prof. Dr. Johann Plank, TUM, eröffneten das reichhaltige Vortragsprogramm (Bilder 2 und 3).
In dem ersten Vortrag stellte Andreas Hecker, DowWolff Cellulosics GmbH, das Thema „CEM-III-Zemente in Spritzmassen auf ­Zementbasis“ vor. Er wies unter anderem darauf hin, dass CEM-III-Zemente zufrieden stellende Frühfestigkeiten und ein entsprechende Festigkeitsentwicklung bieten und so sehr wohl als Alternative zu CEM I eingesetzt werden können. Dr. Bogdan Mororaru von BASF ging in seinem Vortrag „Interaction of polymer dispersions and redispersible powders and inorganic binders in waterproofing membranes“ besonders auf die Wirkung des Crosslinkings bei der Polymerisation ein.
Daran anschließend stellte Dr. Jacek Michalak, Atlas sp.z.o.o., gegenwärtige Trends und Entwicklungen in der polnischen Zement­industrie vor. Er wies darauf hin, dass von ca. einer halben Million t Fliesenkleber in Polen 250 000 t nicht den Qualitätsnormen (z.  B. C1/C2) entsprächen. Grund dafür sei, dass immer noch der Preis das entscheidende Kriterium sei. Mit Fugenmörteln (grouts) sei das anders. Ein wichtiger Markt in Polen wären darüber hinaus ETICS. Daran anschließend stellte Dr. Jacob Terpstra, Avebe, „Innovative Stärkeether zur Anwendung in Fliesenklebern“ vor. Durch Optimierungen konnten Produkte entwickelt werden, die sowohl die Anti-Rutsch-Eigenschaften wie auch die Verarbeitungszeit (open time) verbessert haben und ein neues Produkt wurde auf den Markt gebracht.

Nach einer Pause referierte Dr. Rüdiger Oberste-Padberg, Ardex, über die Leistungsfähigkeit von zementbasierten Fliesenklebern unter niedrigen Temperaturen. Er wies darauf hin, dass nicht alle als schnell bezeichneten Systeme für die Niedrigtemperaturverarbeitung geeignet sind. Im Anschluss wies Dr. Claus-Jochen Häcker, SE Tylose GmbH, auf die komplexen Auswirkungen von Zelluloseethern auf das mechanische und rheologische Verhalten von Gips-basierten Baustoffen hin. Eine neue Entschäumergeneration in Pulverform stellte dann ­Roger Reinartz, Air Products, vor. Diese kombinieren die Vorteile eines schnell wirkenden Entschäumers mit langfristiger Entlüftung auf der molekularen Ebene. Weiterhin präsentierte er einen neuen multifunktionellen und universell einsetzbaren Benetzungszusatz. Daran anschließend stellten Dr. Roger ­Zurbriggen, Akzo Nobel Functional Chemicals, Div. Elotex AG und Alexander Wetzel, Universität Bern, neue Methoden zur Charakterisierung der Außenschäden bei gefliesten Oberflächen
vor. So können durch Modellrechnungen in Verbindung mit Experimenten die Versagensmuster von Fliesenklebern genau diagnostisiert und Optimierungskonzepte entwickelt werden.

Frank Köning, Evonik Goldschmidt GmbH, zeigte Entschäumer auf der Basis organo-modifizierter Siloxane, bei denen durch bestimmte funktionelle Gruppen exakt definierte Eigenschaften eingestellt werden können. Dr. Stefano Carrá, Mapei, fasste dann die Möglichkeiten rheologischer Untersuchungen zur Charakterisierung des Einflusses von Zelluloseethern auf die Flockulation von Zementpartikeln zusammen. Daran anschließend berichtete Dr. Loris Amathieu, Kerneos, über innovative Calciumaluminate zum Einsatz in Estrichsystemen. Mit chemischen Additiven können einige der Wechselwirkungen, z.B. die Empflindlichkeit des Bindemittelsystems gegenüber Schwankungen in der Portlandzementzusammensetzung oder die Formstabilität, abgemildert werden. Im Vortrag von Dr. ­Ulrike Peter, Hexion, ging es um kritische Parameter, die die Leistungsfähigkeit von Latex-dominierten und Zement-basierten Kompositmaterialien beeinflussen.

Engin Bagda, Dr.-Robert-Murjahn-Institut, referierte dann über die Standardasierungsaktivitäten auf dem Gebiet der ETICS. Er wies darauf hin, dass ETICS nur dann ihre maximale Leistungsfähigkeit entwickeln können, wenn alle Komponenten qualitativ hochwertig und aufeinander optimal abgestimmt sind. Daran anschließend widmete sich Klaus Bonin, Wacker Chemie AG, dem spannenden Thema des Transfers von Anwendungsdaten aus dem Technikums- und Baustellenmaßstab. Er zeigte am Beispiel von Luftporenverteilungen in Mörteln, wie der Maschinenauftrag von Mörtel unter Laborbedingungen simuliert werden kann. Unter anderem ist die Aushärtung von Mörtel im Vakuum gut dazu geeignet, eine Gefügeentwicklung zu simulieren, wie sie sich bei der maschinellen Verarbeitung auch einstellt. Der vorletzte Vortrag beschäftigte sich mit einem Erfahrungsbericht zu einem mittlerweile zwei Jahre laufenden Projekt zur Verringerung der Staubentwicklung in chemischen Produkten. Dr. Steffen Witzleben, Henkel, zeigte, dass z.  B. durch entsprechende Produktentwicklung granulierte oder mit entsprechenden Additiven behandelte Mörtel bei der Behandlung deutlich geringere Staubemissionen verursachen. Den abschließenden Vortrag hielt Ludo van Nes, Caltra. Er stellte die Verwendung von Calciumsulfoaluminatzementen vor. Für die Herstellung dieser Zemente aus den Rohstoffen Bauxit, Kalk und Gips sind deutlich niedrigere Temperaturen notwendig, was sich in geringeren brennstoffbedingten CO2-Emissionen niederschlägt. Allerdings muss der Brennprozess sehr exakt kontrolliert werden. Ganzheitlich betrachtet sind diese Zemente, nicht zuletzt durch z.  B. die Verwendung von Bauxit, in der Praxis allerdings noch ca. um den Faktor 5 teurer als entsprechende konventionelle Bindemittelsysteme.

Im Anschluss an jeden Vortrag ergab sich die Möglichkeit für Fragen, die rege genutzt wurde. Viele Fragen beschäftigten sich damit, inwiefern neu entwickelte Bindemittelsysteme oder Additive mit den klassischen Vertretern kompatibel sind. Die Tagung wurde von einer Ausstellung begleitet (Bild 4), in der die Firmen Evonik, Wacker, Elotex, Kerneos, Schleibinger, ­Grace, MIG und BASF ihre Produkte vorstellten. Auch die ZKG ­INTERNATIONAL war mit einem Stand vertreten. In den abschließenden Worten durch F. Leopolder und J. Plank wurde den Vortragenden und Firmen gedankt, die die Tagung durch ihre Unterstützung mit getragen haben. J. Plank fasste in seinen Schlussworten drei wichtige zukünftige Ziele der Trockenmörtelindustrie zusammen. Das erste ist ein Wechsel weg von reinen CEM I-basierten Systemen zu Trockenmörtelrezepturen mit CEM II und CEM III. Weiterhin sieht Plank die Weiterentwicklung von Wärmedämmverbundsystemen als dringend notwendig an, da immer noch ein Großteil der Energie aus Gebäuden ungenutzt entweicht. Schließlich sollten die Qualitätsstandards vereinheitlicht und weiterentwickelt werden. Nur durch hochqualitative Produktion und Verarbeitung von Trockenmörtelprodukten kann eine langfristige und nachhaltige Verwendung dieser Produkte sichergestellt werden.

Die Tagung hat sich als ein zentrales Forum der Trockenmörtelindustrie etabliert. Begleitend zu der Tagung erschien das ­Drymix Mortar Yearbook 2009 mit ausgewählten Beiträgen zur Tagung, welches by www.drymix.info bestellt werden kann. Dort findet man auch weitere Veranstaltungen rund um Trockenmörtel. Am 27.11.2009 findet in Mumbai die First Indian Drymix Mortar Conference statt, gefolgt von der First Latin American Drymix Mortar Conference in Sao Paulo am 11.12.2009. Die nächste idmmc wird 2011 stattfinden und rechtzeitig auf www.drymix.info angekündigt werden. 

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