NOx-Abscheidung

Scheuch GmbH

Das neue SCR-Verfahren – „Semi-Dust-Rohgasschaltung“ –  zur NOx-Abscheidung wurde von Scheuch bei der Lafarge Perlmooser GmbH in Mannersdorf/Österreich erfolgreich umgesetzt.

Seit 40 Jahren ist die österreichische Scheuch GmbH aus Aurolzmünster auf dem Entstaubungssektor in der Zementindustrie mit Anlagen und Geräten erfolgreich engagiert. Das Anwendungsspektrum reicht vom Impulsfilter-Basisprogramm mit seiner Variantenvielfalt von der klassischen Entstaubung bis zur Prozess- und Heißgasfiltration. Besonders mit der EMC-Filtertechnologie konnten im letzten Jahrzehnt bei der Ofen-, Klinkerkühler-, Mühlen- und Chlor-Bypassentstaubung neue Standards hinsichtlich Schlauchlänge, Druckverlust, Abreinigungsdruck und Schlauchstandzeit geprägt werden.

Mit der...

Seit 40 Jahren ist die österreichische Scheuch GmbH aus Aurolzmünster auf dem Entstaubungssektor in der Zementindustrie mit Anlagen und Geräten erfolgreich engagiert. Das Anwendungsspektrum reicht vom Impulsfilter-Basisprogramm mit seiner Variantenvielfalt von der klassischen Entstaubung bis zur Prozess- und Heißgasfiltration. Besonders mit der EMC-Filtertechnologie konnten im letzten Jahrzehnt bei der Ofen-, Klinkerkühler-, Mühlen- und Chlor-Bypassentstaubung neue Standards hinsichtlich Schlauchlänge, Druckverlust, Abreinigungsdruck und Schlauchstandzeit geprägt werden.

Mit der jahrzehntelangen Erfahrung und diesem umfassenden Know-how zur Staubabscheidung beim Zementprozess hat sich Scheuch frühzeitig der Schadstoffabscheidung zugewandt. Unterschiedliche Anlagenkonzepte für die jeweils spezifischen Anforderungen, von einfachen Lösungen bis hin zu High-End-Lösungen, die je nach der Höhe der Emissionen und abhängig vom Rohmaterial bzw. der Brennstoffzusammensetzung unterschiedlich ausgelegt werden, kommen zum Einsatz.

Reduzierung von NOx-Emissionen

Zur Reduzierung von NOx-Emissionen stehen heute unterschiedliche, prozessangepasste SCR-Technologien zur Verfügung: High-Dust-Schaltung, Semi-Dust-Schaltung mit einem Trocken-Elektrofilter als Vorabscheider und optional ­integriertem Verdampfungskühler im Katalysator­system sowie die Low-Dust-Schaltung. Vor Jahren begann Scheuch bereits mit Versuchen mittels Pilotauflagen in der Praxis Technik und Design von SCR-Anlagen optimal zu entwickeln. Dabei war die Zielsetzung, ausreichend bemessene Vorlaufzeiten für neue, solide Technologien nutzen zu können. Gleichzeitig aber auch bisher fehlende Langzeiterfahrungen über beispielsweise die Standzeit der Katalysatorelemente, den Abscheidegrad etc. für weitere Optimierungen zu gewinnen (Bild 1).

Technologie „Semi-Dust-Schaltung“

Nach den Erfahrungen und Erkenntnissen aus den Varianten „High-Dust-Schaltung“ und „Low-Dust-Schaltung“, die parallel zueinander in Pilotanlagen betrieben wurden, wurde die Variante „Semi-Dust“ abgeleitet. Bei diesem Verfahren wird dem Katalysator – direkt nach dem Wärme­tauscher wie bei der normalen High-Dust-Schaltung – ein Vorabscheider in Form eines Trocken-Elektrofilters für Temperaturen bis 400 °C vorgeschaltet. Ein im Katalysatorsystem optional integrierter Verdampfungskühler stellt anschließend die maximale Filtereintrittstemperatur für das vorhandene EMC-Schlauchfilter sicher.

Weltweit erste Semi-Dust-Großanlage

zur NOx-Abscheidung

Das neue SCR-Verfahren – „Semi-Dust-Rohgasschaltung“ –  zur NOx-Abscheidung wurde von Scheuch bei der Lafarge Perlmooser GmbH in Mannersdorf/Österreich in diesem Jahr umgesetzt. Weltweit handelt es sich dabei um die erste großtechnische Anwendung ihrer Art in der ­Zementindustrie. Ausgelegt ist diese Anlage für einen NOx-Grenzwert von 200 mg/Nm3.

Die Lafarge Perlmooser GmbH ist mit einer Produktion von über einer Million Tonnen das größte Zementwerk in Österreich. Dank enger Zusammenarbeit zwischen Lafarge und Scheuch konnte die schlüsselfertige Übergabe der Gesamtanlage zur NOx-Abscheidung einschließlich der notwendigen Modifikation zum Einbau der SCR Semi-Dust-Anlagen in einen bestehenden Wärmetauscher­turm im festgesetzten Zeitplan realisiert werden.

Die während der Energiekrise in den 70er Jahren erbaute Ofenlinie des Zementwerkes wurde nach dem damaligen Stand der Technik energieoptimiert ausgeführt. Dies bedeutet niedrige Ofenabgastemperaturen im Bereich von 290 °C bis 340 °C. Eine Besonderheit dieses Ofens ist ein Staubgehalt von 180 g/Nm3, weswegen man sich nach genauer Analyse zur weltweit ersten großtechnischen Installation einer SCR Semi-Dust-Anlage zur NOx-Abscheidung entschied.

 

Anlagenkonzept

Das Ofenabgas wird in einem Hochtemperatur-Trocken-Elektrofilter vorentstaubt und anschließend über den zwei‑lagigen Katalysator geführt. Durch die Integration eines Verdampfungskühlers unterhalb des Katalysators zur Abgaskühlung ist die im Direktbetrieb erforderliche Filtereintrittstemperatur gewährleistet. Der im Trocken-Elektrofilter abgeschiedene Staub wird mittels einer pneumatischen Staubförderpumpe wieder dem Abgasstrom zugeführt.

Bei der Inbetriebnahme – termingerecht im März nach einer mehrmonatigen Bauphase – wurde großes Augenmerk auf die Anlagensicherheit und einen störungsfreien Ofenbetrieb gelegt. Im Anschluss daran ging die Anlage in den Dauerbetrieb.

In regelmäßigen Abständen wurde der Katalysator beobachtet, um die Effektivität des Abreinigungssystems zu überprüfen und die Funktionstüchtigkeit der An- und Abfahrprozedur sicherzustellen.

Nach den positiven Ergebnissen in dieser Phase ­konnte der vorgesehene Performance-Test über einen Zeitraum von zwei Wochen durchgeführt werden. Dabei war die Einhaltung der vertraglich fixierten Parameter zu überprüfen. Bei der NOx-Abscheidung wurde der vorgegebene Wert von 200 mg/Nm³ dauerhaft eingehalten, auf der Betriebskostenseite konnten die Werte hinsichtlich Energie- und Harnstoffverbrauch sogar unterschritten werden (Bild 2).

Anlagen- und prozessspezifische Parameter verursachen schwierige Staubeigenschaften (z.B. einen sehr hohen Staubwiderstand) und beeinträchtigen die Performance bei der Vorabscheidung durch das Elektrofilter. In der Folge steigt die Staubbelastung für die Katalysatorelemente und mindert die Effektivität der Abreinigung. Die Verfügbarkeit der Anlage ist derzeit noch nicht zufriedenstellend, daher sind weitere Schritte zur Optimierung nötig, erste Lösungsansätze sind erarbeitet.

Aufgrund des guten Abscheidegrades der SCR-An­lage (Feinentstickung) – der geforderte Reingaswert wird alleine mit dieser Anlage erreicht – ist die vorhandene SNCR-Anlage zur Vorentstickung nicht mehr erforderlich. ­Daraus resultiert eine weitere beträchtliche Einsparung bei den Betriebskosten.

Erste Katalysator-Analysen deuten auf einen relativ geringen Aktivitätsverlust hin, genauere Aussagen sind allerdings erst nach längeren Betriebszeiten möglich. Ein positiver Nebeneffekt bei dieser Semi-Dust-Schaltung: Gleichzeitig abgebaut werden eventuell vorhandene organische Verbindungen (Bild 3).

NEU: Kombinierte Entstickung und VOC-Abscheidung

Das DeCONOx-Verfahren von Scheuch

Scheuch hat sich sehr intensiv mit dem Thema der Ent­stickung befasst und die Vorteile und Nachteile der sogen. Low-Dust und High-Dust-Systeme kritischen Prüfungen unterzogen. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die gleichzeitige Reduktion von Stickoxiden und organischen Kohlenstoffverbindungen gelegt.

Mit dem neuen DeCONOx-Verfahren von Scheuch kann ein System präsentiert werden, das diesen Anforderungen hinsichtlich hoher Betriebssicherheit und minimiertem Energieaufwand gerecht wird.

Gleichzeitig Stickoxide und organische

Kohlenstoffverbindungen reduzieren

Das Verfahren DeCONOx ist die Kombination einer regenerativen, thermischen Oxidation (RTO) mit einer Low-Dust-SCR (selective catalytic reduction). Es vereint diese zwei erprobten Technologien in einem System. Mit dem DeCONOx-Verfahren können gleichzeitig Stickoxide und organische Kohlenstoffverbindungen reduziert werden. Der Abbau von NOx erfolgt durch katalytische Reduktion mittels Ammoniak, der Abbau von Kohlenstoff­verbindungen durch Verbrennung (thermische Oxidation in der Brennkammer). Die bei der Nachverbrennung entstehende Wärme deckt zumindest teilweise den thermischen Energiebedarf für die Entstickung, der zur Wiederaufheizung des Rauchgases auf die erforderliche Betriebstemperatur des Katalysators notwendig ist. Dadurch verringert sich der Energieaufwand des DeCONOx-Verfahrens im Vergleich zu einer Low-Dust-SCR deutlich.

Funktionsprinzip

Die Zwei-Turm-Variante ist die einfachste Form dieses Systems. Das Rohgas strömt abwechselnd in einen der Türme. Die Umschaltung erfolgt im Minutentakt, wobei das Gas beim Aufwärtsströmen die Wärme aufnimmt und beim Abwärtsströmen die Wärme wieder abgibt. Im untersten Regenerator wird das Rohgas auf die notwendige Katalysatoreintrittstemperatur von mindestens 240 °C gebracht (abhängig vom SO2-Gehalt). Nach der Ammoniakeindüsung strömt das Gas durch den Katalysator. Der obere Regenerator bringt das Gas auf die Brennertemperatur. Um eine vollständige Oxidation gewährleisten zu können, wird die Brennkammer auf eine Temperatur von 850 °C geregelt.

 

Laboranlage im Technikum

Im DeCONOx-Verfahren steckt bis heute ein Entwicklungsaufwand von rund drei Jahren. In einjährigen Versuchen an einer Laboranlage im Scheuch-eigenen Technikum wurde das Grundprinzip der Entstickung mit Ammoniakeindüsung und der regenerativen Nachverbrennung erprobt, optimiert und die Funktionsfähigkeit nachgewiesen.

 

Versuchsanlage: Zwei-Turm-Variante

Ende 2010 wurde mit dem Kirchdorfer Zementwerk in Kirchdorf/Österreich in enger Zusammenarbeit mit Prok. Dipl.-Ing. Anton Secklehner (Technischer Leiter) eine Zwei-Turm-Variante für Tests unter realen Bedingungen aufgestellt und im zweijährigen Versuchsbetrieb laufend optimiert und verbessert.

Eine entscheidende Erkenntnis konnte bezüglich der von Scheuch eingesetzten Katalysatoren gezogen ­werden. Sie haben der Beanspruchung durch die stän­digen ­Temperaturwechsel ohne nennenswerte mechanische Festigkeitsverluste standgehalten. Die Abscheidung von VOC entspricht der einer regenerativen, thermischen Nachverbrennung, ebenso gleicht die NOx‑Abscheideleistung der einer Low-Dust-SCR. Dies wurde in den zwei Jahre dauernden Versuchen nachgewiesen (Bild 4).

Ausblick: Mehr-Turm-Variante

Für die Anwendung in Großanlagen sind zukünftig ­DeCONOx-Varianten mit 3, 5 oder 7 Türmen vorgesehen – abhängig vom Volumenstrom. Insbesondere deshalb, weil bei einer Zwei-Turm-Variante kurzfristige Schadstoffspitzen beim Umschalten entstehen und somit nicht die optimale Leistungsfähigkeit ausgeschöpft werden kann.

Zur Elimination von Schadstoffspitzen wird zum Beispiel bei einer Drei-Turm-Variante der zusätzliche dritte Turm mit Reingas gespült. Das im Spülturm vorhandene und nicht gereinigte Abgas wird durch die Spülung in die Brennkammer gedrückt und die restlichen organischen Verbindungen oxidieren dort. Dieser gespülte Turm wird ab dem nächsten Umschaltvorgang zum Reingasturm, der Rohgasturm wird zum Spülturm und der ehemalige Reingasturm übernimmt die Funktion des Rohgasturms. (Bilder 5 und 6).

Diese Drei-Turm-Variante DeCONOx wird ab Januar 2013 als Pilotanlage zur Verfügung stehen und soll weitere Erkenntnisse und Betriebserfahrungen für großtechnische Anwendungen liefern.

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