100 Jahre MAAG Gear

FLSmidth MAAG Gear

Mit Stolz blickt FLSmidth MAAG Gear auf ein Jahrhundert gemeisterter Herausforderungen zurück. Den Grundstein für den Erfolg legte der Gründer Max Maag: Seine 1910 entwickelte Zahnform wird auch heute noch weltweit angewendet.

100 Jahre im Überblick

Am 1. April 1913 ist der Pionier und Firmengründer der Maag Zahnräder AG Max Maag (Bild 1) mit seiner Firma in der Hardstrasse 219 in Zürich eingezogen. Damit gilt 1913 als das Gründungsjahr der Maag-Zahnräder AG. Schon 1910 begann er mit seinen Verzahnungsstudien, aus denen seine eigene Zahnform entstand – die Maag-Verzahnung. Diese Zahnform greift genauer, ist resistenter und dadurch wirtschaftlicher. Sie wird bis heute verwendet. Die Maag-Verzahnung war das Fundament von Maags Zahnradfabrik, welche gehärtete und geschliffene Zahnräder nach eigenen Zeichnungen...

100 Jahre im Überblick

Am 1. April 1913 ist der Pionier und Firmengründer der Maag Zahnräder AG Max Maag (Bild 1) mit seiner Firma in der Hardstrasse 219 in Zürich eingezogen. Damit gilt 1913 als das Gründungsjahr der Maag-Zahnräder AG. Schon 1910 begann er mit seinen Verzahnungsstudien, aus denen seine eigene Zahnform entstand – die Maag-Verzahnung. Diese Zahnform greift genauer, ist resistenter und dadurch wirtschaftlicher. Sie wird bis heute verwendet. Die Maag-Verzahnung war das Fundament von Maags Zahnradfabrik, welche gehärtete und geschliffene Zahnräder nach eigenen Zeichnungen herstellte. Außerdem entwickelte die Fabrik Zahnradhobel- und -schleifmaschinen. Die Kunden kamen aus den verschiedensten Industrien wie der Luftfahrt-, Auto-, Metall-, oder Schiffsindustrie und sind auch heute noch bekannt, z.B. Escher-Wyss (heute Sulzer / MAN), Gebrüder Sulzer, Schindler oder Luftschiffbau Zeppelin (heute ZF Friedrichshafen).

Um 1930 gründete Maag-Zahnräder die ersten Auslandsfirmen in Italien und in Frankreich. Während der nächsten 50 Jahre entwickelte die Firma eine Reihe der erfolgreichen Zahnradmess-, hobel- und schleifmaschinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg expandierte Maag-Zahnräder in die Zement- und Marineindustrie mit Pumpen-, Schwerlast- und Turbogetrieben.

In den 80er Jahren definierte die Geschäftsleitung eine neue Strategie. Mit der Übernahme von Firmen der Umformtechnik investierte sie in einen neuen Markt. Das damals verlustbringende Werkzeugmaschinengeschäft wurde still gelegt und die verbleibenden Bereiche Getriebe und Pumpen in eigenständige Firmen – Mag Gear und Maag Pump Systems – überführt. Diese Strategie ging nicht auf und Maag Gear wurde 1997 an FLSmidth verkauft. Um die Produktionskapazitäten zu erweitern und verstärken kaufte MAAG die Getriebeproduktion von ABB in Polen im Jahr 2000. Und um das Produktangebot zu vergrößern übernahm Maag 2011 die italienische Firma Darimec. Seither entwickelt, produziert und wartet ­FLSmidth MAAG Gear Zahnräder, Getriebe und Antriebssysteme für die Zement- und Mineralindustrie.

Meilensteine in 100 Jahren MAAG

1910 – Die Maag-Verzahnung. Diese Zahnform greift genauer, ist resistenter und dadurch wirtschaftlicher. Sie wird bis heute verwendet.

1913 – Eine mit Tastdiamanten regulierte Zahnradschleifmaschine für die Automobilindustrie, dank welcher die Getriebe der Automotoren regelmäßiger und schneller liefen. Diese Zahnradschleifmaschine bewährte sich über 70 Jahre.

1939 – Die PH-60 (Bild 2) war die erfolgreichste je von Maag-Zahnräder gebaute Zahnradmessmaschine. Bis zur Produktionseinstellung 1981 lieferte die Firma weltweit 1260 Einheiten an Kunden. Einige sind bis heute im Einsatz.

1949 – Die HSS-360 Zahnradschleifmaschine konnte Zahnräder bis zu einem Durchmesser von 3600 mm und einem Gewicht bis 25 t bearbeiten. Damit war sie die damals größte Zahnradschleifmaschine der Welt.

1966 – Eine außerordentliche Pionierleistung war die Konstruktion des ersten zweistufigen Hochleistungsplanetengetriebes – genannt CPU– für den Antrieb von Horizontalmühlen in der Zementindustrie (Bild 3). Planetengetriebe laufen viel zuverlässiger als die alternativen Parallelwellengetriebe. Die beiden ersten gelieferten CPU sind nach 265 000 Betriebsstunden und bald 50 Jahren noch immer im Einsatz.

1983 – Maag-Zahnräder lieferte den ersten WPU – ein zweistufiges Planetengetriebe – für eine Vertikalmühle. Der größte WPU wiegt 190 Tonnen und leistet 5346 kW.

2007 – MAAG Gear stellte ihr einzigartiges dreistufiges Planetengetriebe WPV mit Drehmomentverzweigung vor. Die Drehmomentverzweigung ermöglicht, dass ca. 25 % der Leistung direkt über die Planetenachsen der zweiten Stufe in den Abtriebsflansch geleitet wird. Das Konzept des dreistufigen Getriebes war die Antwort auf die immer grösser werdenden Mühlen. Der größte MAAG WPV wiegt 220 Tonnen und ist für eine Leistung von fast 8 Megawatt konstruiert.

2011 lancierte FLSmidth MAAG Gear ein neues Antriebskonzept für Vertikalmühlen: Der MAAG CEM Drive (Central Electrical Motor) vereint die Vorteile der bewährten MAAG Getriebetechnologie mit einem neu entwickelten Motor in einem Gehäuse.

Ein neues Jahrhundert bricht an

Auch im nächsten Jahrhundert wird FLSmidth MAAG Gear in Technologie, Produkte und Belegschaft investieren und neue Antriebssysteme für die Zement- und ­Mineralindustrie bereitstellen. Die Ausgangslage ist positiv, mit Wachstum in einigen der wichtigsten Märkte. Um davon zu profitieren, sind die kontinuierliche Entwicklung künftiger Produkte und die starke Unterstützung des Mutterhauses FLSmidth gefordert. FLSmidth MAAG Gear soll sich als das globale Technologiezentrum für Antriebslösungen in der Zement und Mineralindustrie etablieren und des Kunden bevorzugter «Full-Service»-Anbieter nachhaltiger Mineral und Zementtechnologie werden.

Verzahnte Kompetenz

Kundenspezifische Antriebslösungen
Die Herstellung qualitativ hochstehender Getriebe erfordert den Einsatz modernster Bearbeitungsmaschinen und -abläufe. Genau aus diesem Grund hat FLSmidth MAAG Gear seine Produktionsmöglichkeiten vor kurzem um zwei neue Bearbeitungszentren für Getriebekomponenten erweitert. Diese Investition in modernste Technologie  für die Getriebeindustrie schafft die Voraussetzung für die Herstellung von Kegelrädern mit einem Durchmesser von bis zu 2800 mm – etwas, das nur sehr wenige Getriebehersteller beherrschen.

FLSmidth MAAG Gear stellt sich, als globales Technologiezentrum für kundenspezifische Antriebslösungen, ganz in den Dienst der Zement- und Mineralindustrie. Um den Kunden bestmögliche Qualität zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu bieten, muss das gesamte Spektrum der Schlüsselprozesse in der Getriebefertigung, im Wesentlichen die Wärmebehandlung von geschmiedeten Stahlrohlingen, das Vorbearbeiten der Zahnräder, das Fertigbearbeiten von Verzahnung und Lagerstellen sowie die Montage und interne Qualitätskontrollen beherrscht und auf einander abgestimmt sein. Die Investitionen in Bearbeitungszentren von DEPO und Klingelnberg zur Fertigung hochpräziser Komponenten für die Antriebstechnik spielen eine wichtige Rolle bei der Erreichung dieses Ziels. Die Inbetriebnahme der Klingelnberg GMC 160 und DEPO V3520 erfolgte im Herbst 2012.

Produktionsprogramm
In der Zement-und Mineralindustrie kommen verschiedene Getriebe und Zahnradsätze zum Einsatz. Um Kunden mit einer kompletten Produktpalette spezialisierter Antriebslösungen beliefern zu können, hat FLSmidth MAAG Gear seine Fertigungstiefe und –kapazität kontinuierlich ausgebaut. Die beiden Produktionsstandorte in Italien und Polen haben sich auf unterschiedliche Arten von verzahnten Teilen spezialisiert. Während am Standort Mailand traditionell große Zahnkranzantriebe mit einem Durchmesser von bis zu 11200 mm für Antriebssysteme von Brennöfen und horizontalen Mühlen gefertigt werden, hat sich Elblag in Polen auf Zahnräder, Ritzel und Zahnkränze mit einem Durchmesser von 100 bis 5000 mm spezialisiert.

Diese Verzahnungsteile werden jedoch nicht nur in den eigenen Produkten wie Getriebe für horizontale und vertikale Mühlen, Walzenpressen oder in Untersetzungsgetrieben für Schaufelradbagger und Förderbänder eingesetzt. FLSmidth MAAG Gear nutzt seine Fähigkeiten und Kapazitäten auch zum Bau von Getriebe- und ­Kegelradsätzen für Gyratory- und Kegelbrecher, für die bekannten ABONTM Sizer, Eindickungs- und Flotationszellen sowie andere Getriebeanwendungen in der Zement- und ­Mineralindustrie. Es können Planetenräder, Sonnenritzel, -Kegelräder, Zahnkränze mit Innen- oder Aussenverzahnungen und viele andere verzahnte Teile hergestellt werden. Je nach Ausführung, Anwendung und Kundenwunsch werden dieser Teile mit Gerade-, Schräg- oder Pfeilverzahnung sowie jeder anderen Art von Verzahnung hergestellt. Aufgrund der Vielfalt der Verzahnungsteile, gepaart mit dem umfassenden Know-how des Unternehmens, kann FLSmidth MAAG Gear den Kunden ein komplettes Antriebssystem aus einer Hand bieten.

Hochmoderner Maschinenpark auf dem ­neuesten Stand der Technik
Zum flexiblen Fräsen von Spiralkegelrädern wurde das Bearbeitungszentrum Klingelnberg GMC 160 (Bild 4) mit universalen Hartmetall-Werkzeugen ausgerüstet. In Verbindung mit dem GMC 160 ermöglichen diese Werkzeuge die schnelle, kostengünstige und technologisch sichere Fertigung von Zahnrädern auch in kleinen Stückzahlen. Zur Herstellung qualitativ hochwertiger Verzahnungsoberflächen werden bei der Endbearbeitung Wendeschneidplatten aus Karbid und kubischem Bornitrid verwendet.

Um den durchgängigen Prozess, von der Konstruktion bis zur Fertigung, sicher zu stellen, wurde das GMC 160 Bearbeitungszentrum in das KIMoS-System integriert. Dadurch können die Designdaten direkt in der CNC-Steuerung des GMC 160 verarbeitet werden. Das Bearbeitungszentrum GMC 160 zeichnet sich u. a. durch folgende besondere Eigenschaften aus:

Flexibles Bearbeiten von Spiralkegelrädern und Ritzeln mit Zyklo-Palloid-Verzahnung.

Hartfeinbearbeitung von Spiralkegelrädern mit dem Klingelnberg HPG-S-Schälverfahren

Digitale Antriebstechnologie mit höchster Präzision und Wiederholbarkeit

Werkstückträger mit hydrostatischem Direktantrieb

Qualitativ hochwertige Zahnrad- und Zahnradoberfläche, bis Qualität 4 nach DIN 3965 (nach dem Hartschneiden)

Das Mehrzweck-High-Tech-Fräszentrum DEPO V3520 (Bild 5) ermöglicht die wirtschaftliche 3- bis 6- bzw. 5-Achsen-Simultanbearbeitung ganzer Werkstücke. Minimaler Radius bei großer Schnitttiefe mit einem Höchstmaß an Präzision und Oberflächengüte verkürzen die Bearbeitungszeit. Die Zahnform wird anhand der präzisen 3D-Oberflächendaten sowie der programmierten Frässtrategie auf Grundlage der DEPO ENGINEER-Software erzeugt. Dies ermöglicht die Verwendung nahezu jedes Standard-Präzisionswerkzeugs, wodurch sich nicht nur die Werkzeugkosten, sondern auch die Durchlaufzeiten erheblich reduzieren. Das Fräszentrum ermöglicht sowohl die Weichbearbeitung einzelner Teile als auch die Hartbearbeitung von Kegelrädern im Anschluss an eine thermochemische Oberflächenbehandlung mit einer Flankenhärtung bis zu 60 ± 2 HRC. Die Maschine zeichnet sich durch ein äußerst robustes, thermosymmetrisches Design aus. Die hohe Präzision der mit modernster Software gesteuerten Kinematik ermöglicht ein konstantes Höchstmaß an wiederholbarer Qualität der Güte Q6 nach DIN 3965 oder besser.

Die mit dem Fräszentrum zur Verfügung stehenden Bearbeitungsverfahren erlauben die Fertigung verschiedener Arten von Kegelrädern in Gerad-, Schräg-, ­Zyklo-Palloid- und anderen Verzahnungsarten. Die Fertigungskapazitäten beschränken sich allerdings nicht auf Kegelräder; auch das Fräsen einer Vielfalt von Außen- und Innenzahnrädern ist möglich.

Mit diesen beiden Maschinen konnte die Produkt­palette vervollständigt werden, so dass FLSmidth MAAG Gear alle Schlüsselprozesse in der Fertigung von Zahnrädern im eigenen Haus abdecken kann.

Kegelradfertigung
FLSmidth MAAG Gear ist in der Lage, Kegelräder in Klingelnberg-Zyklo-Palloid-, Palloid-, Schräg-, Gerad- und anderen Zahnformen zu fertigen. Der Kegelradsatz ist eine zentrale Komponente von Getrieben in senkrechter Einbaulage. Unabhängig von der Getriebeauslegung überträgt der Kegelradsatz das volle Drehmoment vom Antriebsmotor auf eine oder mehrere Komponenten. Mit Kegelradsätzen ist es möglich, die Richtung der Drehmomentübertragung zu ändern. Qualitätskontrolle und fristgerechte Lieferung sind von entscheidender Bedeutung.

In der Vergangenheit war FLSmidth MAAG Gear bei der Bereitstellung von Kegelradsätzen auf seine Zulieferer angewiesen und musste daher bei besonders hoher Nachfrage bisweilen Wartezeiten von bis zu 18 Monaten in Kauf nehmen. Heute fertigt FLSmidth MAAG Gear nicht ganz ohne Stolz seine eigenen einsatzgehärteten Kegelradsätze nach höchsten Qualitätsmaßstäben für den jeweiligen Durchmesserbereich. Die Qualität der Verzahnungsteile wird durch Einsatz der modernsten Klingelnberg Messmaschine P250 sowie der Klingelnberg Zahnradmessmaschine T200 überprüft und sichergestellt. Die Fertigung von Kegelrädern läuft wie folgt ab:

Ein Stahlrohling, im Wesentlichen ein Zylinder mit Loch, wird bestellt.

Dieser Rohling wird durch Schmieden gehärtet. Das angewendete Verfahren zur Erreichung des gewünschten Härtegrades ist ähnlich der Herstellung von Schweizer Armee-Taschenmessern oder japanischen Schwertern, die für ihre hohe Qualität bekannt sind.

Im nächsten Schritt wird der Stahl vorbearbeitet, gedreht, gebohrt und gefräst. Dies verleiht ihm die Außenkontur, die bereits der Form eines ­Kegelrads entspricht (Bild 6).

Dann geht es in eines der Kegelrad-Bearbeitungszentren, wo die Zähne grob vorbearbeitet werden (Bild 7).

Beim anschließenden Einsatzhärtungsverfahren werden nur die gewünschten Teile des Werkstückes gehärtet. Teile, die ihre ursprüngliche Härte beibehalten sollen, werden geschützt (Bild 8).

Im weiteren Verlauf werden die Oberflächen gedreht und geschliffen.

Im letzten Schritt des Herstellungsverfahrens erfolgt das abschließende Hartfeinbearbeiten der Verzahnung (Bild 9).

Jetzt wird der fertige Kegelradsatz getestet und mit der Klingelnberg T200 und P250 gemessen (Bild 10).

Schließlich wird das Kegelrad überprüft und das Freigabeformular unterzeichnet.

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