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Begrenzte Auswirkungen der Finanzkrise auf den arabischen Markt

15. Arab International Cement Conference and Exhibition, Kairo/Ägypten (18.–20.11.2008)

Neben anderen Aktivitäten organisiert die Arabische Zement- und Baustoffunion (AUCBM) im Zweijahresrhythmus zwei alternierende Tagungen, die „Internationale ­Arabische Zementtagung und Ausstellung“ und die Internationale ­Ara­bische Tagung und Ausstellung zum „Umweltschutz in der Zement- und Baustoffindustrie“. 2008 fand die 15. Inter­nationale Arabische Zementtagung und Ausstellung im Cairo International Conference Center (CICC) in Kairo/Ägypten statt (Bild 1).
 
Insgesamt nahmen etwa 900 Teilnehmer, davon 537 aus 201 arabischen Firmen und 363 aus 154 internationalen Unternehmen, sowohl an der...

Neben anderen Aktivitäten organisiert die Arabische Zement- und Baustoffunion (AUCBM) im Zweijahresrhythmus zwei alternierende Tagungen, die „Internationale ­Arabische Zementtagung und Ausstellung“ und die Internationale ­Ara­bische Tagung und Ausstellung zum „Umweltschutz in der Zement- und Baustoffindustrie“. 2008 fand die 15. Inter­nationale Arabische Zementtagung und Ausstellung im Cairo International Conference Center (CICC) in Kairo/Ägypten statt (Bild 1).
 
Insgesamt nahmen etwa 900 Teilnehmer, davon 537 aus 201 arabischen Firmen und 363 aus 154 internationalen Unternehmen, sowohl an der Tagung als auch an der Ausstellung teil.
 
Etwa 10  % der Teilnehmer waren Generaldirektoren und Entscheidungsträger aus Mitgliedsunternehmen der AUCBM aus der arabischen Zementindustrie. 25  % aller Teilnehmer waren Zementhersteller aus arabischen Ländern. Arabische Hersteller von Zementsäcken und Vertreter internationaler Firmen machten 1 % aus, von Forschungszentren und Universitäten kamen 2  % und aus Ministerien ebenfalls 2  %. Vertreter anderer Unternehmen, die auf verschiedenen Gebieten tätig sind, z.  B. als Lieferanten von Gips, Feuerfestmaterial und Automatisierungslösungen, als Consultants, auf dem Gebiet der Wartung usw. für Zementhersteller, machten rund 20  % aus. Die internationalen Unternehmen waren ausnahmslos Zulieferer für die Zementindustrie, und ihre Vertreter repräsentierten rund 40  % der Teilnehmer.         
Anlässlich der Tagung interviewte ZKG den Generalsekretär der AUCBM, Ahmad Al-Rousan (Bild 2), zur gegenwärtigen Situation in der Arabischen Union.
 
ZKG: Was ist Ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Lage der arabischen Länder in Zeiten einer globalen Wirtschaftskrise?
Ahmad Al-Rousan: Es besteht kein Zweifel, dass die internationale Wirtschaftskrise, die hauptsächlich die entwickelten Industrieländer traf, Auswirkungen auf die meisten Länder, einschließlich der arabischen Länder, haben wird, wenn auch in einem geringeren Umfang und mit Einflüssen, die von Land zu Land schwanken. Diese Situation wird die Bauindustrie, und damit auch die Zementindustrie, negativ beeinflussen. Tatsächlich haben in einigen arabischen Ländern einige Aspekte dieser Krise bereits zu wirken begonnen, wo die Nachfrage nach Zement wie auch die Zementpreise geringfügig schwächer wurden. Außerdem haben einige Baufirmen angefangen, einige ihrer Projekte neu zu überdenken, was auch neue Zementprojekte betrifft. Diese Krise kann auch in den nächsten zwei Jahren zu einer gewissen Stabilität in der Bauindustrie führen bzw. zu einem leichten Rückgang ihres Wachstums. Weiterhin wird sich das Wachstum des Bruttosozialprodukts in den Erdöl produzierenden arabischen Ländern abschwächen, insbesondere, wenn die Ölpreise in diesen Ländern weiter zurückgehen.
 
ZKG: Was sind die wichtigsten Unterschiede in der Wirtschaft zwischen den Ländern der Arabischen Union, d. h., welches Land ist mehr und welches ist weniger anfällig für die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise?

Ahmad Al-Rousan: Jedes Land hat seine eigenen Herausforderungen. In Ägypten, zum Beispiel, stieg die Produktion, und die Preise gingen nach unten. Export und Import werden immer durch Preiskonzentrationen angetrieben. Wenn die Exportpreise höher sind als die lokalen Preise, werden die Firmen mehr daran interessiert sein, Zement zu exportieren als ihn für den lokalen Markt herzustellen. Die arabischen Länder können bezüglich der Wirtschaft grundsätzlich in drei Gruppen eingeteilt werden: Die erste besteht aus den GCC-Ländern (Gulf Cooperation Council), Algerien und Libyen. Diese Länder sichern ihr hohes Einkommen aus dem Öl und leben im finanziellen Überfluss. Die zweite Gruppe ist gekennzeichnet durch ein moderates Wachstum und umfasst Länder des Mittleren Ostens (Ägypten, Jordanien, den Libanon und Syrien) und einige afrikanische arabische Länder (Marokko, den Sudan und Tunesien), die nicht so wohlhabend sind wie die GCC-Länder. Die dritte Gruppe ist weniger entwickelt (Dschibuti, Mauretanien und Somalia). Diese Gruppen unterscheiden sich also in ökonomischer Hinsicht. Natürlich werden arabische Länder, die finanzielle Beziehungen zu den Industriestaaten haben, z.  B. die GCC-Länder, auf die eine oder andere Weise von der Krise wirtschaftlich betroffen werden.
 
ZKG: Werden genehmigte Projekte auf der grünen Wiese ausgeführt werden?
Ahmad Al-Rousan: Nach Informationen, die der AUCBM vorliegen, wurden mehr als 100 Genehmigungen für Zement­werke auf der grünen Wiese in arabischen Ländern erteilt, deren projektierte Gesamtleistung auf 150 Mio. US$ geschätzt wird. Die Anzahl bisher neu errichteter Anlagen ist jedoch sehr gering. Bei einigen Projekten erwartet man, dass sie in zwei Jahren fertig gestellt sein werden. Die meisten dieser Erweiterungen konzentrieren sich auf die GCC-Länder (Saudi Arabien und die VAE). Jedoch wird die weltweite Wirtschaftskrise, die erst vor Kurzem ausbrach, die meisten der Investoren veranlassen, die Ausführung neuer Projekte neu zu überdenken.
 
ZKG: Die diesjährige Tagung verzeichnete eine Rekordteilnahme. Glauben Sie, dass die Entwicklung dieser Tagung so weitergehen wird?
Ahmad Al-Rousan: Ich glaube, dass der arabische Markt auch in Zukunft wachsen wird. Unsere Mitgliedsländer bieten immer noch gewaltige Marktmöglichkeiten. Ich bin der Meinung, dass es für die weltweit tätigen Unternehmen eine Möglichkeit wäre, Anteile von Zementfirmen auf dem arabischen Markt zu erwerben. Das wäre eine Alternative zur kompletten Übernahme von Firmen. So könnten sie ihr Ziel, die Wachstumsmärkte zu entwickeln, weiter verfolgen. In der Vergangenheit konnte eine sehr schnelle Zunahme der Teilnehmerzahl beobachtet werden. Ich denke, dass die Akzeptanz dieser Veranstaltung auch in Zukunft weiter wachsen wird, wenn auch vielleicht nicht mehr so schnell wie in der Vergangenheit.
 
ZKG: Was können Sie uns zu den nächsten Tagungen ­sagen?
Ahmad Al-Rousan: Die nächste größere Zementkonferenz wird in Beirut/Libanon vom 10. bis 12.11. 2009 stattfinden. Dazu werden 400 bis 500 Teilnehmer erwartet. Wir denken auch darüber nach, weitere Tagungen zu veranstalten, d.h. konkret eine Konferenz zu Beton, die andere Themenbereiche behandeln wird. Vom 27. bis 28.01.2009 fand die Intercem in Doha/Katar statt. Wir haben auch gute Erfahrungen mit der „Ersten Internationalen Arabischen Tagung und Ausstellung zur Verwendung von Weißzement“ gemacht, die 2008 stattfand. Aus organisatorischen Gründen erwägen wir, kleinere Tagungen als begleitende Tagungen zu unseren größeren Zement­konferenzen zu organisieren. Anlässlich der Tagung in Kairo trafen wir uns auch mit TCMB, um Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu besprechen. TCMB verfügt über ein sehr gutes Forschungszentrum, sodass wir unsere Bemühungen konzentrieren könnten, die Zementindustrie im arabischen Raum ­weiterzuentwickeln.
 
Vielen Dank für dieses Interview.

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