Kontinuierliches Wachstum

7. Internationale Arabische Tagung und Ausstellung zum „Umweltschutz in der Zement- und Baustoffindustrie“, Beirut/Libanon (10.–12.11.2009)

Fast 600 Teilnehmer und 64 ausstellende Firmen kamen an­lässlich der diesjährigen Tagung der AUCBM nach Beirut/Libanon. Auf der Eröffnungsveranstaltung hielten ­Vertreter der veranstaltenden Firmen und Institutionen Einführungsvorträge und dankten den Unterstützern für ihr ­Engagement. Die erste Vortragsreihe begann mit einem Überblick über die libanesische Industrie. Es folgte eine Reihe von Beiträgen mit dem Fokus auf Prozessoptimierung und Umweltverträglichkeit. Einer der Themenschwerpunkte war eine sauberere Produktion in der arabischen Zementindustrie. Es wurden Lösungen präsentiert für...

Fast 600 Teilnehmer und 64 ausstellende Firmen kamen an­lässlich der diesjährigen Tagung der AUCBM nach Beirut/Libanon. Auf der Eröffnungsveranstaltung hielten ­Vertreter der veranstaltenden Firmen und Institutionen Einführungsvorträge und dankten den Unterstützern für ihr ­Engagement. Die erste Vortragsreihe begann mit einem Überblick über die libanesische Industrie. Es folgte eine Reihe von Beiträgen mit dem Fokus auf Prozessoptimierung und Umweltverträglichkeit. Einer der Themenschwerpunkte war eine sauberere Produktion in der arabischen Zementindustrie. Es wurden Lösungen präsentiert für eine Reduzierung der Staubemissionen sowohl in der Produktion als auch beim Versand von Klinker und Zement. Die nächste Vortragsreihe befasste sich nahezu komplett mit Themen der Nutzung von alternativen Brennstoffen. Neue Brennstoffe erfordern innovative Methoden sowohl für ihre Aufbereitung als auch für ihren Einsatz. Während eines Galadiners am Abend im Biel Centre gab es zahlreiche Gelegenheiten zum Networking. Die erste Vortragsreihe des zweiten Tages umfasste Beiträge zu neuen Mahlhilfen, Hochleistungsmühlen und neuen Konzepten zur Verpackung. Der Schwerpunkt der nächsten Session lag auf der Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks durch ver­besserte Filterlösungen. Neue Lagerungskonzepte und Öko­bilanzierung als Werkzeuge zum Erreichen eines besseren Ökomanagements waren ebenfalls wichtige Themen. In der folgenden Vortragsreihe wurden die Bereiche Verschleißschutz, innovative Lösungen zur Kühlermodernisierung, neueste Entwicklungen von Drehofenbrennern und alternative Getriebelösungen behandelt. Auf der Tagesordnung standen aber auch allgemeine Vorstellungen zur Entwicklung von Projekten in Zeiten der Finanzkrise sowie die Position der japanischen Zementindustrie.

Am dritten Tagen wurden Fragen neuer Methoden in der ­Analytik sowie der nachhaltigen Entwicklung behandelt. Nur mit guten analytischen Lösungen bzw. Methoden der Emissions­überwachung kann eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden. Das gesamte Programm ist unter www.aucbm.org ­verfügbar. Eine begleitende Ausstellung gab vielfältige Gelegen­heit zur Kontaktpflege und zum technologischen Austausch. Nach der Tagung sprach ZKG INTERNATIONAL mit Ahmad Al-Rousan, den Generalsekretär der AUCBM über die Zukunft der Zementindustrie im arabischen Raum:

 

ZKG: Sie hatten einen großen Zuspruch an Teilnehmern. Hatten Sie das in Zeiten der globalen wirtschaftlichen Turbulenzen er­wartet?

Ahmad Al-Rousan: Anfang 2009, als die Folgen der internationalen Finanzkrise erste Gestalt annahmen, begann die AUCBM die Tagung vorzubereiten. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt erwartet, dass sich die Krise negativ auf die Teilnahme an der Tagung auswirken würde, insbesondere deshalb, da die meisten der teilnehmenden und ausstellenden Firmen internationale Unternehmen sind, die von der Krise betroffen sind. Wir nahmen zuerst an, dass die Teilnehmerzahl 300 nicht übersteigen würde. Wir überdachten jedoch noch einmal, wie stark die Auswirkungen dieser Krise im arabischen Raum waren. Es galt zu berücksichtigen, dass es neue Projekte und Erweiterungsvorhaben in den meisten Ländern der Region gibt, die Auswirkungen auf den Zementverbrauch (mit Ausnahme von Dubai) begrenzt sind, es bestehende Verträge internationaler Firmen mit Investoren in diesen Ländern gibt und ein großes Interesse an Umweltfragen besteht. All das ließ uns daran glauben, dass die Anzahl der Teilnehmer 300 übersteigen würde, was dann tatsächlich auch geschah – es wurden 566. Ich möchte an dieser Stelle noch hinzufügen, dass die Zahl der Firmen, die einen Stand reservieren wollten, die Zahl der vorhandenen Stände überstieg. Wegen nicht verfügbarer Stände in der Ausstellung sagten sogar einige Firmen ihre Teilnahme ab.

 

ZKG: Was glauben Sie war der Grund für eine Teilnahme gerade in diesem Jahr?

Ahmad Al-Rousan: Es ist bekannt, dass die von AUCBM organisierten Tagungen jedes Jahr beachtliche Teilnehmerzahlen aus aller Welt anziehen. Wir meinen, es waren die folgenden Gründe, warum trotzt der Auswirkungen der Wirtschaftskrise so viele Teilnehmer zu verzeichnen waren:

– Im arabischen Raum sowie in Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas sind die Auswirkungen der weltweiten ­Finanzkrise nicht so ausgeprägt.

– Die Bauindustrie in diesen Regionen verzeichnet weiterhin angemessene und akzeptable Wachstumsraten.       

– Der Rückgang bezüglich der Zementnachfrage in diesen Ländern war sehr gering, mit Ausnahme von Dubai. Einige Länder, besonders Algerien und Ägypten, verzeichneten sogar ein hohes Wachstum der Nachfrage nach Zement, nämlich 15  % in Algerien und 26  % in Ägypten.

– Erweiterungsprojekte und der Bau neuer Anlagen werden fortgesetzt.

– Die Wichtigkeit von Umweltthemen, die auf der Tagung behandelt werden.

 

All diese Gründe führten dazu, dass die internationalen Lieferer, insbesondere die europäischen, sich auf die Länder dieser Regionen konzentrieren, nachdem ihre Geschäfte in Europa und Amerika zurückgegangen sind. So wurden die arabischen und nicht arabischen Länder im Nahen Osten für diese Fir­men attraktiv. Das machte die Teilnahme an dieser Tagung zu einer ausgezeichneten Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen aufzu­bauen.

 

ZKG: Welche Märkte sind zurzeit am vielversprechendsten, was neue Installationen bzw. Modernisierungen betrifft?

Ahmad Al-Rousan: Die arabische Zementindustrie expandierte besonders in den letzten drei Jahren beträchtlich, wobei die ­projektierten Leistungen im Jahr 2008 164 Mio. t Klinker und 195 Mio. t Zement betrugen. Wenn alle geplanten Projekte ausgeführt werden, wird für die kommenden Jahre sogar ein Anstieg auf 300 Mio. t erwartet. Was die vielversprechenden Märkte in der Region betrifft, kann man sagen, dass die meisten ein großes Potential haben, insbesondere Algerien, Ägypten, Libyen, der Sudan, Syrien, Jemen und zu einem späteren Zeitpunkt auch der Irak.

 

ZKG: Was sind Ihrer Meinung nach die dringendsten Aspekte, die in den Mitgliedsländern der AUCBM zu berücksichtigen sind ?

Ahmad Al-Rousan: Hinsichtlich der Umweltaspekte und des Umfangs der Auswirkungen der Zementindustrie auf die Umwelt besteht die dringendste Aufgabe darin, für die Nachhaltigkeit dieser Industrie zu arbeiten, die das Kernelement des Bausektors darstellt. Das erfordert die Einführung verbesserter und moderner Technologien in vorhandenen Werken, besonders in den alten, das Finden von Ersatzenergien sowie die Reduzierung von Gas- und Staubemissionen. Man sollte auch erwähnen, dass sich gegenwärtig die meisten arabischen Zementwerke für die Umwelt engagieren. Zu diesem Zweck arbeitet die AUCBM zur Zeit auch mit dem WBCSD (Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung) zusammen und wird damit beginnen, regelmäßig Berichte über die Überwachung von Emissionen der Werke zu erstellen.

 

ZKG: Wann und wo wird die nächste Tagung stattfinden?

Ahmad Al-Rousan: Die 16. Internationale Arabische Zementtagung und Ausstellung wird vom 06.-08.12.2010 stattfinden. Gastgeber wird das Emirat Ras al-Khaima der Vereinigten Arabischen Emirate sein.

 

ZKG: Vielen Dank für dieses Gespräch.        

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