Geringere Stromkosten durch effizientes Energiemanagement

In Deutschland erhalten Anlagebetreiber eine Vergütung für ihren erzeugten Öko-Strom, während Netzbetreiber und Energieversorgungsunternehmen (EVU) zur vorrangigen Abnahme verpflichtet sind. Die erhöhten Kosten werden in Form einer Umlage an die Verbraucher weitergegeben. Das trifft eine stromintensive Branche wie die Zementindustrie besonders hart.

Der Stromverbrauch in der Zementindustrie ist der zweitwichtigste Kostenfaktor und hat einen direkten Einfluss auf den Zementpreis. Die besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Industrieunternehmen ermöglicht eine Begrenzung der Umlage. Für...

In Deutschland erhalten Anlagebetreiber eine Vergütung für ihren erzeugten Öko-Strom, während Netzbetreiber und Energieversorgungsunternehmen (EVU) zur vorrangigen Abnahme verpflichtet sind. Die erhöhten Kosten werden in Form einer Umlage an die Verbraucher weitergegeben. Das trifft eine stromintensive Branche wie die Zementindustrie besonders hart.

Der Stromverbrauch in der Zementindustrie ist der zweitwichtigste Kostenfaktor und hat einen direkten Einfluss auf den Zementpreis. Die besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Industrieunternehmen ermöglicht eine Begrenzung der Umlage. Für die Inanspruchnahme ist der Nachweis eines zertifizierten Energiemanagementsystems erforderlich. Siemens unterstützt bei der Implementierung und bietet mit Sicement IT MIS V7.1 eine Software zur Erfassung und Analyse aller Energieträger.

1 Senkung der Energiekosten durch

Energiemanagementsystem

Zur Verbesserung des Klimaschutzes hat der Deutsche Bundestag im Februar 2000 das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien verabschiedet - auch bekannt als Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Damit soll der Anteil an regenerativen Energien am gesamten Energiemix in Deutschland erhöht und die Abhängigkeit von endlichen und fossilen Brennstoffen wie Öl, Erdgas und Kohle verringert werden. Das Prinzip ist einfach: Betreiber, die Strom aus regenerativen Energien in das öffentliche Netz einspeisen, erhalten vom Netzbetreiber eine über mehrere Jahre gesetzlich festgelegte Vergütung auf die eingespeiste Strommenge. Die Differenz zwischen dem Vergütungssatz und dem Marktpreis des Stroms teilen sich die Energieversorgungsunternehmen gleichmäßig auf und legen sie auf die Endverbraucherstrompreise um. Dies kann schnell zu einer erheblichen Belastung  für energieintensive Betriebe führen. Derzeit liegt die Umlage bei 3,530 ct/kWh.

Um die entstandenen Kosten zu verringern, begrenzt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf Antrag den Anteil der Strommenge, der von den Elektrizitätsversorgungsunternehmen an die Unternehmen des produzierenden Gewerbes weitergegeben wird. Ziel dieser besonderen Ausgleichsregelung nach §§ 40 ff. EEG ist es, die Stromkosten stromintensiver Betriebe zu senken, um so ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Zu den begünstigten Unternehmen gehören vor allem energieintensive Branchen wie die Zementindustrie (Bild 1). Sie können unter bestimmten Voraussetzungen die Umlage auf 0,05 ct/kWh senken. Um die Ausgleichregelung in Anspruch nehmen zu können, müssen Unternehmen nicht nur einen Stromverbrauch von über zehn GWh/a belegen und ausführliche Angaben zu Stromkostenbestandteilen auflisten – diese müssen mindestens 15 % der Bruttowertschöpfung ausmachen –, sondern auch eine Zertifizierung des Energiemanagementsystems nachweisen. Voraussetzung ist ein System zur Erfassung und Sammlung der notwendigen Daten.

2 Energiemanagement leicht gemacht

Mit Sicement IT MIS V7.1 bietet Siemens die passende Anwendungssoftware: Das auf Industriestandards basierende Datenerfassungs- und Auswertesystem des Stromverbrauchs kann unter anderem zur Prozessinformation, Analyse, Produktionsverfolgung oder zur Qualitätssicherung eingesetzt werden (Bild 2+3). Dabei ist es in der Lage, Betriebs-, Prozess- und Qualitätsdaten einer Produktionsanlage zusammenzuführen und für die zentrale Auswertung zur Verfügung zu stellen. Die Stromdaten werden in einer SQL-Datenbank auf einem separaten Rechner manipulationssicher archiviert. Durch die Client/Server-Architektur stehen alle Archivdaten für die Anzeige, Auswertung und Optimierung unternehmensweit zur Verfügung. So sind beispielsweise Darstellungen von Echtzeit-Trendkurven auf Büro-PC’s möglich. Der Anwender kann außerdem auf eine Reihe von Möglichkeiten für die Anzeige (Viewer), Auswertung (Protokolle), Trends, Analyse und Optimierung (Tabellen, Grafiken) zurückgreifen. Damit können automatisch Berichte erstellt werden, etwa zum Energieverbrauch, zur Produktion und Qualität oder auch über die Emissionen. Das Management einer Zementanlage erhält somit alle relevanten Informationen, um wichtige Entscheidungen zu treffen.

Zur Anbindung unterschiedlicher Prozessleitsysteme und Anwendungen stehen eine Reihe von Interfaces zur Verfügung. So sind Schnittstellen wie Simatic PCS 7, Simatic S7, Datenbanken, OPC-Server und Speziallösungen für Fremdsysteme vorhanden.

3 Wege zu einem effizienten Energiemanagement

Aber auch beim Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage unterstützt Siemens – und zwar über den ganzen Prozess, ob bei der Erstellung des Antrags, der  bis zum 30. Juni jedes Jahr neu beim BAFA gestellt werden muss, oder bei dessen Vorbereitung.

Außerdem sollte eine Zertifizierung erfolgt sein, mit der der Energieverbrauch und die Potenziale zur Verminderung des Energieverbrauchs erhoben und bewertet worden sind. Auch bei der Aufbereitung der Unterlagen für die Zertifizierungsstellen, beispielsweise für GUTcert oder den TÜV, ist Siemens behilflich (Bild 4). Die Bescheinigung der Zertifizierung bzw. des erfolgten Überprüfungs-Audits muss dann ebenfalls beim BAFA eingereicht werden.

Als Grundlage für die Erfassung und Analyse aller Energieträger, aller Energie verbrauchenden Anlagen und Geräte sowie zur Bewertung von Einsparpotenzialen dient wiederum Sicement IT MIS V7.1 (Bild 5). Außerdem kann es dazu eingesetzt werden, Energie-Reports gemäß den Auflagen der Zertifizierungsstelle bzw. des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu erstellen.

Sicement IT MIS V7.1 hilft aber auch bei der Identifikation von laufenden Aggregaten, die gerade nicht gebraucht werden. Beispielsweise konnte in einem Zementwerk durch das Abschalten des Schneckenförderers, während die Mühle stillstand, etwa 70 000 € im Jahr eingespart werden. Da durch das Management-Informationssystem auch Produktionsstopps oder Ausfälle analysiert werden können und ein Produktionsreporting erfolgt, kann die Produktion zudem nachhaltig verbessert werden. Durch die anwenderfreundliche Benutzer-oberfläche sowie automatisch integrierte Reports hat der Nutzer zudem jederzeit Zugriff auf alle relevanten Informationen. Kurzum: Sicement IT MIS V7.1 unterstützt Anlagenbetreiber bei der kontinuierlichen Optimierung ihrer  Produktionsprozesse und trägt dazu bei, die Anlagen kosteneffizienter zu betreiben sowie die Produktqualität weiter zu verbessern. Nicht zuletzt legt es zusammen mit den Siemens-Beratungs- und Servicedienstleistungen den Grundstein für den Einsatz eines effizienten Energiemanagementsystems.

www.industry.siemens.com

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