Grundlagenforschung für Nachhaltigkeit 

Fünftes Nanocem-Open Meeting, Leeds/Großbritannien (28.04.2009)

Jedes Jahr wurden bislang der aktuelle Stand und die Zukunftsperspektiven des akademisch-industriellen Forschungsnetzwerks für Zement und Beton, Nanocem, in einem Open Meeting präsentiert. In diesem Jahr hieß Ian Richardson, University of Leeds, die fast 70 Teilnehmer zum Open Meeting von ­Nanocem im Village Hotel in Leeds/GB (Bild 1) willkommen. In seiner Eröffnungsrede verwies er auf die lange Tradition der Baumaterialienforschung in Leeds, die auf John ­Smeaton und Joseph Aspdin zurückgeht, die beide aus Leeds stammten.

 

Karen Scrivener, Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne/Schweiz,...

Jedes Jahr wurden bislang der aktuelle Stand und die Zukunftsperspektiven des akademisch-industriellen Forschungsnetzwerks für Zement und Beton, Nanocem, in einem Open Meeting präsentiert. In diesem Jahr hieß Ian Richardson, University of Leeds, die fast
70 Teilnehmer zum Open Meeting von ­Nanocem im Village Hotel in Leeds/GB (Bild 1) willkommen. In seiner Eröffnungsrede verwies er auf die lange Tradition der Baumaterialienforschung in Leeds, die auf John ­Smeaton und Joseph Aspdin zurückgeht, die beide aus Leeds stammten.

 

Karen Scrivener, Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne/Schweiz, konzentrierte sich in ihrer Präsentation auf „Zement für die Zukunft und die Rolle von Nanocem”. Einer der Hauptpunkte war ihre Aussage, dass die globale Erwärmung eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts darstellt. Obwohl Beton, neben anderen Baumaterialien wie Stahl und Holz, einen sehr niedrigen kumulierten Energieaufwand von etwa 800 MJ/t aufweist, muss man bedenken, dass die Zementproduktion 5–8   % der weltweiten CO2-Emissionen ausmacht. Dann präsentierte Davies ­Mulenga, Halcrow Group Ltd, einen von ihm und dem technischen Leiter von ­Halcrow Group Ltd, Peter ­Robery, verfasssten Vortrag. Er fragte „Ist die Nanotechnologie in der Lage, die aktuellen Herausforderungen des Bauingenieurwesens zu überwinden?“. Als Beispiel erklärte er, dass intelligente Sensoren zur kontinuierlichen Überwachung des strukturellen Verhaltens genutzt werden können. Nach einer kurzen Pause präsentierte Robert Flatt, Sika Technology AG, Zürich/Schweiz, einen Bericht über „Innovationstreiber der Zement- und Betonindustrie”. Er betonte, dass die Lebenszykluskosten in zukünftige Projekte mit einfließen müssten. Darauf folgte Phil Purnell, University of Leeds/GB mit seinem Bericht über „Neuartige Nutzungsarten für Zement”. Es gibt bereits Anwendungsbereiche für Baumaterialien, wie Abfallverfestigung, aber auch neu entstehende Anwendungen, wie Biomaterialien und Substrate für den 3D-Druck.

 

Dann waren erste Ergebnisse der „Oberflächenanalyse für ein besseres Verständnis der Vorhydratation von Zement“ das Thema der Präsentation von Leon Black (University of Leeds/GB). Weitergehende Forschungsarbeit wird im Rahmen des „Nanocem Core Project 7“ „Elementare Mechanismen der Vorhydratation von Zement“ durchgeführt. Peter McDonald, University of Surrey, GB, zeigte die neusten Erkenntnisse über „1H NMR zur Prüfung von Porosität und Wassertransport in Zementen”. Er präsentierte Ergebnisse über ein tragbares Gerät zur Magnetresonanztomographie. Als nächstes hielt Donald Macphee, University of Aberdeen, Schottland/GB, einen Vortrag über „Alkali-Aktivierung von Aluminosilikaten”. Dieses Forschungsthema wird in einem Kernprojekt mit dem Titel „Alkali-Aktivierung von Aluminosilikaten – eine Bewertung der elementaren Aspekte“ behandelt.

 

Am Ende präsentierte Jesper Sand Damtoft, Aalborg Portland A/S/Dänemark „Die industrielle Perspektive von nachhaltigen Zementen“, wobei er das Publikum aufforderte, den gesamten Lebenszyklus des Produkts zu betrachten. Das Treffen wurde durch abschließende Bemerkungen von Karen Scrivener beendet. Während der Pausen wurden viele interessante Poster gezeigt.

Für die Zukunft hat Nanocem beschlossen, sich mehr auf wissenschaftliche Treffen über spezifische Projekte zu konzentrieren, anstatt die Reihe der „Open Meetings“ fortzuführen. Die erste derartige Konferenz wird die ­Ergebnisse des Marie Curie Research Training ­Network „Grundlegendes Verständnis zementhaltiger Materialien für verbesserte chemische, physikalische und ästhetische Leistungsmerkmale“, vom 01.–03.09.2009 in ­Villars/Schweiz, vorstellen. Details sind auf der Webseite verfügbar.

 

www.nanocem.org

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