Ökoeffizienz als zentrale Herausforderung im Sektor der Industriemineralien
Konferenz der IMA Europe 2008, Brüssel/Belgien (11.–13.09.2008)
Vom 11. bis 13. September trafen sich in Brüssel führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik zur Konferenz der IMA Europe 2008. Zentrales Thema war in diesem Jahr die Sicherstellung der Nachhaltigkeit bei der Gewinnung und Aufbereitung von Industriemineralien. Unverzichtbar im alltäglichen Leben mit gleichzeitiger Schlüsselfunktion innerhalb der Entwicklung nachhaltiger Konzepte für die Welt von morgen, spielen Industriemineralien eine zentrale Rolle.
Höhepunkt der Tagung war die Unterzeichnung der so genannten „Countdown 2010 Declaration“ durch IMA-Europa Präsident Claude Stenneler im...
Vom 11. bis 13. September trafen sich in Brüssel führende Vertreter aus Wirtschaft und Politik zur Konferenz der IMA Europe 2008. Zentrales Thema war in diesem Jahr die Sicherstellung der Nachhaltigkeit bei der Gewinnung und Aufbereitung von Industriemineralien. Unverzichtbar im alltäglichen Leben mit gleichzeitiger Schlüsselfunktion innerhalb der Entwicklung nachhaltiger Konzepte für die Welt von morgen, spielen Industriemineralien eine zentrale Rolle.
Höhepunkt der Tagung war die Unterzeichnung der so genannten „Countdown 2010 Declaration“ durch IMA-Europa Präsident Claude Stenneler im Beisein von Sebastian Winkler (Bild 1), Leiter des europäischen Regionalbüros der IUCN (International Union for Conservation of Nature). Mit dieser Erklärung nimmt die IMA Europe die Sicherstellung der Biodiversität als neues Verbandsziel in die eigene Agenda auf.
Der feierlichen Unterzeichnung vorweggegangen war die eigentliche Tagung mit sieben Vorträgen zum Thema Nachhaltigkeit. Den Anfang machte Phil Goodwin von WBB Minerals aus Großbritannien. In seinem Vortrag legte er dar, wie es seiner Firma gelang, durch Einsatz eines speziellen Kohlenstoffmanagements bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung mehr als 24 000 t CO2 einzusparen. Es folgte der technische Direktor von Imerys, Thierry Salmona. Er stellte die Strategie des Weltmarktführers für Industriemineralien vor, neue umweltfreundliche Produkte und Prozesstechniken zu entwickeln und durch die Verwendung umweltfreundlich produzierter Basisstoffe die Nachhaltigkeit global zu erhöhen. So konnte die Firma bei einem Umsatz von 3,4 Mrd. t die Produktivität um 3,4 % erhöhen und gleichzeitig den CO2-Verbauch um 5 % senken. Des Weiteren stellte er die Beteiligung seiner Firma an einem eco-town-Projekt in Cornwall vor, das durch das britische Königshaus vorangetrieben wird. Philippe Osset von PricewaterhouseCoopers beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Lebenszyklusabschätzung (LCA). Grundvoraussetzung einer solchen Beurteilung sei die Identifikation der entscheidenden Zustände eines Produktes. In einem zweiten Schritt folgt die Evaluierung von Optimierungspotenzialen, etwa in der Herstellung, der Logistik oder der Wiederverwertbarkeit. Hierbei verwies er auch auf die Einhaltung der Norm ISO 14062 bei einer nachhaltigen Produktgestaltung. Ferner ging er darauf ein, dass grundsätzlich auch der Finanzsektor innerhalb einer Lebenszyklusabschätzung berücksichtigt werden könnte und stellte das bereits entwickelte Untersuchungsmodell „Life Circle Costing LCC“ vor. Nach einer kurzen Pause folgte der Vortrag Werner Bosmans, der im Umwelt-Generaldirektorat der Europäischen Kommission tätig ist. Er erläuterte die aktuellen Ziele der Europäischen Kommission für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, die in dem Papier „Ressource Strategy“ zusammengefasst sind. Dabei stellte er in diesem Zusammenhang sowohl die „European Commission’s Raw Materials Initiative“ als auch das „International Panel for Sustainable Ressource Management“ vor. Abraão Carvalho, Abteilungsleiter im Generaldirektorat für Industrie und Wirtschaft der Europäischen Kommission, unterstrich in seinem Vortrag noch einmal die Schlüsselfunktion, die natürlichen Rohstoffen insbesondere bei einem nachhaltigen Wachstum zukommen, da ihre Nutzung die gesamte Wertschöpfungskette der Weltwirtschaft durchdringt. Er erläuterte noch einmal die Rohstoffinitiative der Kommission, die einen besonderen Schwerpunkt auf nicht energieträchtige Rohstoffe gelegt hat, welche speziell von der Industrie als Ausgangsmaterialien für Baustoffe und Industriemineralien genutzt werden. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die internationale Dimension der Rohstofffrage, der schon auf dem G8-Gipfel im deutschen Heiligendamm im vergangenen Jahr eine eigene Resolution vorbehalten war und auf der letztendlich auch die aktuelle Rohstoffinitiative fußt. Mit Didier Herbert kam ein weiterer Abteilungsleiter des Generaldirektorates für Industrie und Wirtschaft der Europäischen Kommission zu Wort. Seine Ausführungen beschäftigten sich vor allem mit dem nachhaltigen Verbrauch und einer nachhaltigen Industriepolitik. Er verwies auf das durch den internationalen Klimarat erklärte Ziel, bis zum Jahr 2030 30 % der Energie einzusparen, die in Gebäuden benötigt wird, und zwar allein durch Optimierungsmaßnahmen im Versorgungsnetz. Als Kernstück dieses Aktionsplanes bezeichnete er einen dynamischen Rahmen, der die Eckdaten festlegt, anhand deren Produkte auf Basis ihrer Nachhaltigkeit und ihres Energiebedarfes klassifiziert werden und durch den Verbraucher beurteilt werden können. Den Vorträgen folgte eine Diskussionsrunde (Bild 2).
Der Deklaration zur Biodiversität folgte abends ein großes Galadinner mit der feierlichen Verleihung des IMA-Awards. Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr der Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit einer Filmreihe zum Thema Bergbau und Industriemineralien im Rheinland. Die Dokumentarserie will ein größeres Bewusstsein für die nachhaltige Gewinnung und Verarbeitung von mineralischen Rohstoffen in einem heimatnahen Kontext schaffen und wurde mit Mitteln des Bundesbildungsministeriums gefördert.
Die Tagung schloss am Morgen des zweiten Tages mit der nicht öffentlichen Vollversammlung der IMA-Europe, bei der Thierry Salmona als neuer IMA-Europe Präsident den Vorsitz hatte. Salmona wurde von der Generalversammlung für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt.
www.ima-europe.eu
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