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VDMA: Großanlagenbau gut gerüstet

Die Mitgliedsfirmen der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (AGAB) verbuchten 2008 mit 32,8 Milliarden Euro (2007: 32,4 Milliarden Euro) einen Auftragsrekord (Bild 1). „Seit Beginn des Aufschwungs 2003 stieg das Bestellvolumen damit um 115  %. Ein vergleichbares Wachstum hat es zuvor nicht gegeben“, ­teilte der Sprecher der AGAB, Dieter Rosenthal, SMS DEMAG Aktien­gesellschaft, anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Lage­berichts mit. „Allerdings ist seit Mitte 2008 eine deutliche Nachfrageberuhigung spürbar. Nachdem die Bestellungen im...

Die Mitgliedsfirmen der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (AGAB) verbuchten 2008 mit 32,8 Milliarden Euro (2007: 32,4 Milliarden Euro) einen Auftragsrekord (Bild 1). „Seit Beginn des Aufschwungs 2003 stieg das Bestellvolumen damit um 115  %. Ein vergleichbares Wachstum hat es zuvor nicht gegeben“, ­teilte der Sprecher der AGAB, Dieter Rosenthal, SMS DEMAG Aktien­gesellschaft, anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen Lage­berichts mit. „Allerdings ist seit Mitte 2008 eine deutliche Nachfrageberuhigung spürbar. Nachdem die Bestellungen im ersten Halbjahr noch um 15 Prozent im Vergleich zum Vor­-jahrjahreszeitraum wuchsen, sanken sie in der zweiten Jahreshälfte um 11 %.“

Hermesdeckung lindert Folgen der Finanzmarktkrise
Die weltweite Vertrauenskrise im Finanzsektor ist ein Lehrstück, wie grundsätzlich der Großanlagenbau auf die Absicherung und Finanzierung durch die staatliche Hermesdeckung in Deutschland angewiesen ist. Länderrisiken haben sich verschlechtert, selbst Industrieländer werden erstmals als risikoreich eingestuft und private Banken haben ihre Handelsfinanzierung erheblich eingeschränkt. Rosenthal: „Der Großanlagenbau hat die situationsgerechte Anpassung der Hermesdeckung durch die Bundesregierung im Rahmen des Konjunkturpaketes II sehr begrüßt. Damit stellt sie sich heute auch als tragfähiges Instrument zur Linderung der Folgen des schwer wiegenden Finanzmarktversagens heraus.“ Von den Banken erwarten die Unternehmen die aktive Nutzung der neuen Hermesmaßnahmen und eine leistungsfähige Export- und Projektfinanzierung.

Auslandsbestellungen breit gestreut
Die Auslandsnachfrage (Bild 2) sank 2008 leicht auf 26,3 Milliarden 7 (2007: 26,8 Milliarden 7). Das erreichte Niveau ist dennoch herausragend. Es liegt um 10 Milliarden 7 über dem Durchschnitt der vergangenen Dekade. Die Industrieländer waren 2008 die bedeutendste Kundengruppe. Top-Märkte waren hier die USA und Südafrika. Hohe Ordereingänge kamen ferner aus der Asien-Pazifik-Region, der GUS, Nordafrika und Südasien. Wichtigstes Kundenland war erneut China. Rosenthal: „Der industrielle Nachholbedarf in China ist nach wie vor riesig und deutsche Großanlagenbauer haben hier einen sehr guten Ruf. Trotz starker Konkurrenz bleiben unsere Leistungen in der Volksrepublik daher gefragt.“

Kraftwerksnachfrage im Inland auf Rekordniveau
Die Auftragseingänge aus Deutschland stiegen 2008 auf den höchsten Wert seit 15 Jahren. Mit 6,4 Milliarden 7 lagen die Buchungen um 16  % über Vorjahresniveau (2007: 5,6 Milliarden 7). Hauptgrund für diesen Zuwachs war eine deutliche Belebung der Kraftwerksnachfrage. „Mit 3,5 Milliarden 7 ­hatte der Kraftwerksbau einen Anteil von 55  % an den Inlandsbe­stellungen“, erklärte der AGAB-Sprecher. „In vielen anderen Teilbranchen sanken die Order hingegen unter Vorjahres­niveau“.

Beschäftigungsaufbau setzt sich fort
Der Beschäftigungsaufbau im deutschen Großanlagenbau hat sich 2008 beschleunigt. Nach einer Zunahme um 5  % im Jahr 2007 lag der Zuwachs im Berichtszeitraum bei 7  %. Insgesamt arbeiteten Ende 2008 58 400 Personen (2007: 54 900) in den Stammhäusern der AGAB-Firmen. Angesichts des weiterhin bestehenden Fachkräftemangels ist dies bemerkenswert. „Die hohe Zahl an Einstellungen wurde vor allem durch ein innovatives Personalmarketing und den Ausbau von Kooperationen mit Hochschulen und Verbänden möglich“, erläuterte Rosenthal.

Neues Doppelbesteuerungsabkommen
führt zu Wettbewerbsnachteilen
Die aktuell abgeschlossenen Verhandlungen des Doppelbesteuerungsabkommens mit den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigen Befürchtungen der Branche, dass Deutschland im Ausland erzielte Einkünfte mit der deutschen Einkommen­steuer belasten will. „Für die Branche bedeutet das beträchtliche Wettbewerbsverzerrungen durch das in der Regel ­
höhere deutsche Steuerniveau“, erläutert Rosenthal. Bei dem im Großanlagenbau vorliegenden hohen Anteil an vor Ort zu erbringenden Auftragsbestandteilen sind gleiche Rahmenbedingungen im Projektstaat für die Wettbewerbssituation gegenüber den internationalen Konkurrenten von großer Bedeutung. Die in deutschen Doppelbesteuerungsabkommen bislang verwendete Freistellungsmethode ist für den Großanlagenbau ein wichtiges Instrument, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.

2009: Großanlagenbau rechnet mit schwierigem Jahr
2009 wird kein einfaches Jahr für den Großanlagenbau. Die Branche erwartet, dass der Auftragseingang infolge von Kreditrestriktionen durch die Finanzmarktkrise und die geringe Anlagennachfrage deutlich sinken wird. Es gibt aber auch ermutigende Signale. So ist die Auslastung der Unternehmen nach wie vor gut. Rosenthal: „Im Branchenschnitt sichern die bisher akquirierten Aufträge die Auslastung der Kapazitäten bis Ende 2009.“ Ferner können sinkende Preise für Werkstoffe und Komponenten sich positiv auf den Anlagenbau auswirken. Rosenthal: „Der Großanlagenbau ist auf einen Abschwung vorbereitet und kann diesen meistern.“

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